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Innere Medizin 28. Oktober 2013

Herzschutz

Die personalisierte Therapie kann bei Patienten mit Diabetes mellitus ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse reduzieren.

Mithilfe des Biomarkers NT-proBNP (ein Herz-eigenes Hormon) lässt sich jene Gruppe unter den Diabetespatienten herausfiltern, die ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse hat, obwohl das Herz scheinbar gesund ist. Das sind etwa 40 Prozent der an Diabetes Erkrankten. Forscher der Universitätskliniken für Innere Medizin II und III der MedUni Wien haben nachgewiesen, dass deren Risiko für kardiale Erkrankungen mit einer hoch dosierten, personalisierten Therapie mit ACE-Hemmern und Betablockern um 64 Prozent gesenkt werden kann.

An der sogenannten Pontiac-Studie, deren Ergebnisse jetzt im Top-Magazin Journal of the American College of Cardiology publiziert wurden, nahmen 300 anamnestisch herzgesunde Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus und erhöhten NT-proBNP Werten teil.

In dieser Studie, die in Kooperation der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der MedUni Wien mit der Klinischen Abteilung für Kardiologie der MedUni Wien sowie der 3. Medizinischen Abteilung des Krankenhauses Hietzing und den Gesundheitszentren Wien Mitte und Wien Süd entstand wurden 150 PatientInnen in die Interventionsgruppe und 150 PatientInnen in die Kontrollgruppe randomisiert.

„In der Interventionsgruppe wurde zusätzlich zur leitliniengerechten Diabetes-Therapie der bereits verordnete RAAS-Antagonisten zur maximal erlaubten Dosis erhöht. Außerdem wurde gleichzeitig die maximal mögliche Dosis eines kardioselektiven Betablockers verabreicht“, erklärt Prof. Dr. Martin Clodi von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien, gemeinsam mit Prof. Dr. Richard Pacher und Doz. Dr. Martin Hülsmann (Innere Medizin II) Seniorautor der Studie. Die 150 Patienten der Kontrollgruppe erhielten eine, den aktuell gültigen Leitlinien der österreichischen Diabetesgesellschaft entsprechende Therapie.

Bemerkenswertes Ergebnis

In der Interventionsgruppe konnte gezeigt werden, dass die hochdosierte Gabe des RAAS-Antagonisten in Kombination mit dem Betablocker das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 64 Prozent reduzieren kann. „Die Resultate sprechen bei gegebener Sicherheit klar für die hohe Effektivität einer Biomarker-gesteuerten, individualisierten Therapie“, so Clodi. „Hier handelt es sich um den ersten primärpräventiven Studienansatz zur erfolgreichen Prophylaxe vor kardialen Erkrankungen bei Diabetikern“, ergänzt Pacher.

Literatur:
Huelsmann M, Neuhold S, Resl M, Strunk G, Brath H, Francesconi C, Adlbrecht C, Prager R, Luger A, Pacher R, Clodi M. J „PONTIAC: NT-proBNP selected Prevention of cardiac events in a population of diabetic patients without a history of Cardiac disease. A prospective randomized controlled trial.“ Am Coll Cardiol. 2013 Jun 26. doi:pii: S0735-1097(13)02517-5. 10.1016/j.jacc.2013.05.069. PMID: 23810874.

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