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Innere Medizin 10. April 2006

Latex - nicht für alle

Latex ist eine vom Gummibaum (Hevea Brasiliensis) produzierte milchige Flüssigkeit, die zusammen mit anderen Chemikalien zu verschiedenartigsten Gummiprodukten (Handschuhe, Luftballons, Kondome etc.) weiterverarbeitet wird. 

Latexallergiker finden sich hauptsächlich in folgenden Risikogruppen:

  • Im medizinischen Bereich Beschäftigte
  • Patienten mit häufigen Operationen
  • Arbeiter in der gummiverarbeitenden Industrie
  • Atopiker

Naturlatex findet sich in unzähligen medizinischen Gebrauchsgegenständen, ist aber auch sonst in unserer technischen und häuslichen Umwelt weit verbreitet. Seit den Achtzigerjahren nimmt der medizinische Einsatz von Gummihandschuhen zum Schutz gegen Infektionen stark zu. Entzündungen und Reizungen an der Haut können durch den direkten Kontakt entstehen (Urtikaria, Ekzeme). Häufig sind diese Handschuhe zum angenehmen Tragen mit Maisstärkepulver gepudert. Man weiß heute, dass Maisstärke sehr leicht aus den Handschuhen allergieauslösende Eiweißkörper aufnimmt und dass diese dann in die Luft einfließen. 

Diese Partikel werden in die Atemwege inhaliert und können entzündliche Veränderungen an den Schleimhäuten auslösen (Konjunktivitis, Rhinitis, Asthmaanfälle).  Neben der beruflichen Beeinträchtigung von Personen, die am Arbeitsplatz mit Latex zu tun haben, können bedrohliche Situationen entstehen, wenn Latexallergiker medizinisch versorgt werden. Dabei kann es im Rahmen von Operationen, gynäkologischen Untersuchungen oder zahnärztlichen Eingriffen zu lebensbedrohlichen Schocksituationen kommen.
Die Diagnose einer Latexallergie erfolgt durch eine Analyse der Krankengeschichte, einen Hauttest mit Latexextrakt und eine Blutuntersuchung (Bestimmung von Antikörpern gegen Latex).

Die Behandlung der Latexallergie besteht in der Vermeidung des Kontakts. Gering sensibilisierte Patienten können sich in der Regel durch Vermeiden eines direkten Latex-Kontaktes und durch Antihistaminika bei Bedarf schützen, der Übergang zu fortgeschritteneren Stadien der Erkrankung ist damit aber nicht immer zu verhindern. Stark allergische Patienten können in einer Umgebung, in der Latexprodukte verwendet werden, trotz Medikamenten erhebliche allergische Probleme bekommen. In diesen Fällen sollte so rasch als möglich die berufliche Latexexposition beendet werden, zum Beispiel durch Verwendung latexfreier Handschuhe durch den Betroffenen selber und ungepuderter Handschuhe durch die Kollegen. In manchen Fällen lässt sich die Allergie nur durch einen Berufswechsel in den Griff bekommen.

Eine Impfkur gegen Latexallergie gibt es derzeit (noch) nicht. Ein Allergiepass ist vom Patienten immer mitzuführen, alle behandelnden Ärzte und Zahnärzte müssen auf die vorliegende Latexallergie hingewiesen werden. Latexallergiker leiden wegen einer "Allergen-Gemeinschaft" auch oft unter einer Überempfindlichkeit gegen Bananen, Avocados und Edelkastanien. 

Quelle: www.allamb.at

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