zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 10. April 2006

Kleine Spinnentiere - große Wirkung

Die Hausstaubmilbe (dermatophagoides pteronnysinus) gehört zur Familie der Spinnentiere. Diese Lebewesen sind etwa 1/3 Millimeter groß, daher mit freiem Auge nicht sichtbar. Sie ernähren sich von menschlichen Hautschuppen. Hohe Luftfeuchtigkeit und Raumtemperaturen von über 22 Grad schaffen für Milben optimale Lebensbedingungen. Die höchsten Milbenkonzentrationen werden in Schlafräumen - Bettdecken, Kopfkissen und Matratzen - gefunden. 

Auch Polstermöbel stellen einen bevorzugten Lebensraum der Milben dar. Teppiche und Teppichböden werden mitbesiedelt, sie sind aber erst in zweiter Linie von Interesse. Trotz größter Reinlichkeit lassen sich Milben aus textilen Einrichtungsgegenständen mit normalen Methoden NICHT eliminieren.Hausstaubmilben sind an sich unschädlich, wenn man von der Allergie absieht. Die für die Auslösung der Allergie verantwortlichen Stoffe sind vorwiegend in den Ausscheidungen der Milbe enthalten, in einem Gramm Hausstaub befinden sich, je nach Milbenbelastung, rund 25.000 solcher Kotbällchen. Diese werden eingeatmet und führen bei Allergikern zu den Symptomen an den Schleimhäuten der Atemwege. Außerdem kann bei intensivem Kontakt (zum Beispiel im nicht sanierten Bett) eine allergische Urticaria entstehen.

Untersuchungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Allergenbelastung, welche die Beschwerden der Allergiker auslöst, vorwiegend während des Schlafes stattfindet. Daher sind alle Bemühungen, die Allergenbelastung zu reduzieren, unbedingt auf den Bettbereich zu konzentrieren!

Maßnahmen zur Reduktion der Hausstaubmilben

  • Die Bekämpfung der Staubmilben im Schlafbereich ist der wichtigste Aspekt bei der gesamten Sanierungsaktion! Für Kopfkissen, Bettdecken und Matratzen stehen Umhüllungen zur Verfügung, welche ein Durchtreten allergenhältiger Staubpartikel unmöglich machen. Damit gelingt es, die während der Schlafperiode stattfindende Belastung wesentlich zu reduzieren. Der gleiche Erfolg lässt sich mit speziellen Allergiker-Bettdecken und -Pölstern erzielen, allerdings müssen diese regelmäßig mit mindestens 60 Grad gewaschen werden.

  • Vorsicht mit Stoffkuscheltieren bei Kindern, sie müssen bei der Staubmilbensanierung berücksichtigt werden. Auch diese sollten waschbar sein, eine Alternative wäre die Abtötung der Milben durch 1-2-tägige Lagerung im Tiefkühlfach und anschließende extakte Reinigung mit dem Staubsauger.

  • Die Luftfeuchtigkeit sollte in der Wohnung niedrig, etwa bei 50-55 Prozent gehalten werden. Daher keine Luftbefeuchter verwenden und die Zahl der Zimmerpflanzen reduzieren. Die Anschaffung eines Hygrometers ist zu empfehlen.

  • Bei Einkauf neuer Einrichtungsgegenstände (zum Beispiel Polstermöbel) sollte auf die Waschbarkeit der Überzüge und Pölster geachtet werden. Günstig sind außerdem Fußbodenbeläge, die feucht gewischt werden können.

  • Teure Spezial-Staubsauger und Luftreinigungsgeräte können bei starker Staubmilbenallergie nützlich sein, hier liegen aber noch nicht genügend Studien vor, um eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen zu können. 

Die hier zusammengefassten Sanierungsmaßnahmen bringen dem Staubmilbenallergiker auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung, in vielen Fällen lässt sich eine völlige Normalisierung des Gesundheitszustandes erzielen. Sie stellen den ersten Schritt nach der Feststellung einer Allergie auf Hausstaubmilben dar. Falls die Maßnahmen innerhalb von etwa sechs Monaten nicht zum Erfolg führen, wäre eine Kontrolle notwendig, um das weitere therapeutische Vorgehen (Medikamente, eventuell Impfkur) zu besprechen.

Quelle: www.allamb.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben