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Innere Medizin 10. April 2006

Histamin-Intoleranz

Histamin ist ein biologisch aktives Umbauprodukt der Aminosäure Histidin, die natürlicherweise in Eiweißstoffen vorkommt. Histamin wird im Rahmen allergischer Reaktionen freigesetzt und erzeugt dabei meist am Ort des Kontakts mit dem Allergieauslöser (lokal) eine allergische Entzündung. In großen Mengen freigesetzt, kann es zum Kreislaufschock kommen. Die biologischen Prozesse, die zur Entstehung von Histamin führen, kommen aber auch außerhalb des Menschen in der Natur vor, so entsteht Histamin zum Beispiel im Rahmen von Gärungsprozessen. 

Histamin ist daher in verschiedenen Nahrungsmitteln in ausreichender Menge enthalten, um bei Menschen, die an einer "Histamin-Empfindlichkeit" leiden, Symptome auszulösen, die denen einer Allergie sehr ähnlich sind. Die Behandlung von histamininduzierten Symptomen besteht in der Einnahme von Antihistaminika. Verdacht auf Histamin-Intoleranz besteht, wenn vom Patienten zwei oder mehr der folgenden Fragen positiv beantwortet werden:

  • Haben Sie häufig Kopfweh oder Migräne?
  • Vertragen Sie Rotwein oder andere alkoholische Getränke nicht?
  • Vertragen Sie Hartkäse, manche Würste, Tomaten (Ketchup) oder Schokolade nicht?
  • Haben Sie oft Verdauungsstörungen (Durchfall etc.)
  • Haben Sie einen niedrigen Blutdruck?
  • Haben Sie oft Herzrasen, Herz-rhythmusstörungen?
  • bei Frauen: Schmerzen am Beginn der Menstruation?

Histaminreiche Nahrungsmittel sollten gemieden werden: 

  • Rotwein, Weißwein, Sekt, Bier, andere alkoholische Getränke
  • Thunfisch (Konserven)
  • Emmenthaler, diverse Hartkäsesorten
  • Salami, fermentierte Würste
  • Tomaten (Ketchup!), Sauerkraut
  • prinzipiell Nahrungsmittel, die einem Gärungsprozess durchlaufen

Medikamente, die gemieden werden sollten, da sie das Histamin-abbauende Enzym hemmen: Acetylcystein, Ambroxol, Aminophyllin, Amitriptylin, Chloroquin, Clavulansäure, Isoniazid, Metamizol, Metoclopramid, Propafenon, Verapamil u.a. 

Quelle: www.allamb.at

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