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Innere Medizin 4. April 2006

NASH: Jeder Dritte bekommt Leberzirrhose

Bis zu zehn Prozent der Erwachsenen in westlichen Ländern haben eine Fettleberhepatitis (NASH), ohne dass eine Ursache wie Alkoholabusus oder Virusinfektionen gefunden wird. Jeder dritte Betroffene bekommt eine Leberzirrhose.

Deshalb erforschen Wissenschaftler die Pathogenese von NASH und ihren Übergang in die Zirrhose, damit Therapie-Strategien weiterentwickelt werden können.
Bei der Entstehung der NASH gehen Forscher von der Zwei-Schlag-Hypothese aus (Verdauungskrankheiten, 2, 2003, 74). Als erster Schlag steigen freie Fettsäuren in der Leber an, führen zur Verfettung und machen die Leberzellen empfindlich für den zweiten Schlag.
Der exakte Mechanismus des Zweitschlags ist nicht bekannt, es werden aber als Faktoren Endotoxine, Sauerstoffradikale, Lipidperoxidation und Zytokine diskutiert. Diese führen etwa zu Entzündungen und Fibrose.
Ursachen können unter anderen lebertoxische Stoffe wie Alkohol, Medikamente oder bakterielle Dünndarm-Überwucherung sein.
Es gibt noch keine etablierten Therapien bei NASH, aber einen Konsens über Therapie-Strategien, die sich aus den NASH-Risikofaktoren und der Zweischlaghypothese ergeben.
Übergewichtige sollten vorsichtig mit Diät und Ausdauersport (sechs Stunden pro Woche) abnehmen, und zwar höchstens 20 Prozent ihres Gewichts pro Jahr bis zum Normalgewicht. Stoffwechselstörungen sollten normalisiert, lebertoxische Arzneien ersetzt und auf Alkohol verzichtet werden.
Bei Medikamenten wurden in Pilotstudien positive Effekte auf Transaminasen und zum Teil auf entzündliche und fibrotische Veränderungen der Leber etwa belegt für:

  • Ursodeoxycholsäure 10 bis 15 mg pro Kilogramm KG täglich,

  • Betain 10 g zweimal täglich,

  • Gemfibrozil 600 mg täglich.

Experimentelle Therapie-Ansätze sind unter anderem:

  • Antioxidantien wie Silymarin als Leberschutz (Verdauungskrankheiten, 2, 2003, 94),

  • Probiotika, um bakterielle Überwucherungen günstig zu beeinflussen (Journal of Hepatology 38, 2003, 681),

  • Aderlass bei Patienten mit NASH, die erhöhtes Serum-Eisen haben (Z Gastroenterol 41, 2003, 77).

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