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Innere Medizin 4. April 2006

Junge Typ-2-Diabetiker haben hohes Risiko für renale Folgeschäden

Der so genannte Altersdiabetes trifft immer öfter auch junge Menschen. Die jungen Patienten mit Typ-2-Diabetes haben offenbar ein besonders hohes Risiko für Folgeschäden an den Nieren, so Prof. Dr. Reinhard Holl aus Ulm, Deutschland, bei einer Veranstaltung der Deutschen Diabetes Union in Frankfurt am Main.

Demnach haben an Typ-2-Diabetes erkrankte junge Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren ein höheres Risiko, einen Nierenschaden zu entwickeln, als gleichaltrige Patienten mit Typ-1-Diabetes: In einer schwedischen Studie gab es Nierenveränderungen bei 16 Prozent mit Typ-2-Diabetes, aber nur bei sechs Prozent mit Typ-1-Diabetes.
Typ-2-Diabetes wird seit einigen Jahren weltweit zunehmend bei jungen Patienten diagnostiziert, auch bei Jugendlichen, manchmal sogar schon bei Kindern. Deutschland liegt im Trend: Von 23.617 im Oktober erfassten Diabetikern unter 20 Jahren hatten 191, also ein knappes Prozent, einen Typ-2-Diabetes. Noch 1995 hatten von den jungen Neuerkrankten erst 0,5 Prozent einen Typ-2-Diabetes.
Einer der Gründe: Jedes fünfte Kind ist zu dick. „Sie essen zu viel und zu fett“, schlüsselt Holl auf. „Und sie bewegen sich zu wenig.“
Es geht auch anders. Singapur zum Beispiel verzeichnete in den vergangenen Jahrzehnten massive Anstiege bei Gewicht und Diabetesrate. Mit einen einfachen Aktionsplan für Schulen, etwa Ernährungsinformation und Förderung von Sport, sank in Singapur innerhalb von acht Jahren der Anteil übergewichtiger Kinder von 15 auf 13 Prozent. Weltweit steigen dagegen die Zahlen.

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