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Innere Medizin 28. März 2006

Zuverlässiger Schutz gegen Hepatitis A und B

Am 1. April 2004 startet eine österreichweite Impfaktion, die es allen ÖsterreicherInnen ermöglicht, sich im April und Mai 2004 zu einem vergünstigten Preis gegen Hepatitis A beziehungsweise A+B impfen zu lassen.

Zwar sind die Durchimpfungsraten in den letzten Jahren leicht angestiegen, mit etwa 40 Prozent aber nach wie vor viel zu gering. Nicht nur Fernreisende, sondern auch Mittelmeerreisende wie Daheimgebliebene sind gefährdet, sich mit Hepatitis A- und B-Viren anzustecken und sollten sich durch Impfen schützen. Nach einer erfolgreichen Impfaktion an Österreichs Schulen im vergangenen Herbst soll nun auch die Gesamtbevölkerung Österreichs die Möglichkeit bekommen, sich zu vergünstigten Preisen gegen Hepatitis A+B impfen zu lassen. Die Initiative, eine Kooperation des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen, der Österreichischen Ärztekammer, Österreichischen Apothekerkammer sowie des Österreichischen Impf-Komitées und des Instituts für Sozialmedizin, läuft von 1. April bis 31. Mai 2004.

Infobroschüren mit Gutschein

Mittels Gutscheinen, die im Aktionszeitraum bei Allgemeinmedizinern, Pädiatern, Impfstellen (z.B. Zentrum für Reisemedizin) und in Apotheken abgegeben werden, kann der Impfstoff in allen öffentlichen Apotheken sowie bei hausapothekenführenden praktischen Ärzten verbilligt bezogen werden. „Die Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte der Österreichischen Ärztekammer hat sich als Vertretung der österreichischen Allgemeinmediziner und Kinderfachärzte entschlossen, das Impfhonorar im Aktionszeitraum zu senken. Wir hoffen, die Durchimpfungsrate durch diese Aktion deutlich erhöhen zu können“, so Dr. Jörg Pruckner, Obmann der Bundeskurie. Sind sich Fernreisende eher der Notwendigkeit eines Impfschutzes gegen Hepatitis A und B bewusst, wird das Risiko bei Reisen innerhalb Europas und bei Daheimgebliebenen deutlich unterschätzt.

Neue Impfempfehlungen

Laut neuesten Impfempfehlungen raten Experten dazu, sich auch bei Reisen in Mittelmeerländer durch eine Impfung vor Hepatitis A und B zu schützen.„Die Durchimpfungsrate der österreichischen Bevölkerung ist mit etwa 40 Prozent nach wie vor viel zu gering, besonders weil das Risiko, sich in Mittelmeerländern mit Hepatitis A oder B anzustecken, von vielen unterschätzt wird“, so Prof. Herwig Kollaritsch, Leiter der Abteilung für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin am Institut für Pathophysiologie der Universität Wien. Hepatitis A wird vornehmlich über nicht gekochte Nahrungsmittel, unsauberes Trinkwasser, aber auch durch engen Kontakt mit Infizierten übertragen und ist nach Malaria die zweithäufigste schwere Reisekrankheit. Gefährdet sind auch Daheimgebliebene: Vor allem nach den Ferien kommt es durch Einschleppung der Viren aus Urlaubsländern immer wieder zu Hepatitis A–Kleinepidemien in Kindergärten und Schulen. Bei Kindern verläuft die Infektion zwar oft mild und oft sogar unbemerkt, sie sind jedoch Ansteckungsquelle für ihre älteren Geschwister, Eltern und Großeltern. Bei Erwachsenen kann Hepatitis A einen langwierigen und im Extremfall sogar tödlichen Verlauf nehmen. Hepatitis B wird durch alle Körperflüssigkeiten, vor allem Blut und Speichel sowie Schweiß und andere Sekrete, übertragen.

Beispielsweise kann das Zusammenleben mit jemandem, der unwissentlich Hepatitis B-Virusträger ist, genauso zu einer Infektion führen wie Sexualkontakte. Spätfolgen sind häufig Leberzirrhose und Leberkrebs.

Hepatitis B: An 10. Stelle der weltweiten Todesursachen

Weltweit sterben mehr als zwei Millionen Menschen jährlich an den Folgen einer Hepatitis B, womit die gefährliche Virusinfektion an 10. Stelle der weltweiten Todesursachen steht. In Österreich gibt es nach Schätzungen der WHO etwa 42.000 Virusträger. Pro Jahr kommt es zu 1.000–1.500 Neuinfektionen. Bisher gibt es gegen Hepatitis A und B keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Rund 1.500 stationäre Spitalsaufenthalte pro Jahr sind in Österreich auf eine infektiöse Hepatitis zurückzuführen. Etwa 65 Menschen sterben jährlich an Hepatitis A, B oder C. Die Impfung ist der einzig sichere Schutz vor einer Erkrankung.

Bester Schutz durch Kombinationsimpfung

Den besten Schutz gegen Hepatitis A und B bietet die Kombinationsimpfung (Twinrix®), bestehend aus drei Teilimpfungen. Die erste und zweite werden im Abstand von vier Wochen verabreicht. Die dritte erfolgt sechs bis zwölf Monate nach der ersten Teilimpfung. Der Impfschutz gegen Hepatitis A hält mindestens zehn Jahre, gegen Hepatitis B durchschnittlich zehn Jahre.

Quelle: Pressekonferenz am 31. März 2004

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