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Innere Medizin 18. September 2013

Die Pneumokokken-Antigen-Positivität im Urintesten bei gesunden kolonisierten Kindern – ist diese vom Alter abhängig?

Grundlagen: Ein Pneumokokken-Antigen-Urintest ist eine wertvolle Methode für die Diagnostik einer Pneumonie und Meningitis bei Erwachsenen. Die Anwendung der Methode bei Kindern ist üblicherweise nicht akzeptierbar, weil diese im Kinderalter für nicht-spezifisch gehalten wird. Der Test ist oft bei asymptomatischen nasopharyngealen Trägern positiv. Das Ziel unserer Studie war, die Altersgrenze, ab wann der Test in asymptomatischen gesunden Träger negativ ist, festzustellen.

Methodik: Insgesamt 197 Kinder im Alter von 36–83 Monaten, die 9 Tages-Betreuungszentren in Prag besuchten, wurden in Februar und März 2010 in die Studie eingeschlossen. Nasopharyngeale Abstriche wurden von jedem Teilnehmer abgenommen und selektiv kultiviert. Für die Entdeckung von Pneumokokken-Antigen im Urin wurde BinaxNOW® S. pneumoniae verwendet.

Ergebnisse: S. pneumoniae war bei 53,3 % gesunden Kindern kultiviert, die höchste Kolonisationsrate gab es bei Kindern im Alter von 48–59 Monaten. Die am häufigsten kolonisierten Serotypen waren: 19F, 23F, 3, 19A, 6B und 4. Das Vorkommen von einem Pneumokokken-Antigen im Urin sank mit Alter – von 39,0 % in 36–47 Monaten zu 17,9 % in 72–83 Monaten (p = 0,031). Die Antigen-Positivität war vom Serotyp abhängig und fand öfter bei nicht-vakzinierten Kindern statt.

Schlussfolgerung: Wir haben einen altersabhängigen linearen Abfall der Exkretion von Pneumokokken-Antigen in Urin bei gesunden Kindern bestätigt. Die Positivitätsrate des Testes bei Kindern, die 72–83 Monate alt sind, ist der Rate von gesunden Erwachsenen, ohne Zusammenhang mit der Kolonisation, ähnlich. Zur Bestätigung einer Altersgrenze für die Verwendung von diesem Test in der Diagnostik der pneumokokkalen Erkrankungen ist eine weitere Studie mit Kindern im Schulalter nötig.

Zuzana Vančíková, Milan Trojánek, Helena Žemličková, Zuzana Blechová, Dr. Jitka Motlová, Jana Matějková, Otakar Nyč, Jerry John, Dr. Marek Malý, Prof. Vilma Marešová, Wiener klinische Wochenschrift 17/18/2013

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