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Innere Medizin 17. Oktober 2005

Schon junge Menschen sollten Infarkt vorbeugen

Meist gibt es vor einem Herzinfarkt Warnzeichen, mit denen das Herz signalisiert, dass es nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Für viele kommt der Herzinfarkt aus heiterem Himmel. „Ich bin nie schwer krank gewesen“, heißt es dann häufig. Doch meist gab es zuvor bereits Warnzeichen, wie geringere Belastbarkeit, zeitweise ein unangenehmer Druck in der Brust- oder Magengegend, eventuell Schmerzen, die in den linken Arm ausstrahlten. Typische Zeichen, mit denen das Herz signalisierte, dass es nicht mehr genug Sauerstoff bekommt.

Herzinfarkt-Rate bei jungen Frauen gestiegen

„Herzinfarkte gibt es nicht nur bei alten Menschen“, betonte Prof. Hartmut Gülker vom Herzzentrum in Wuppertal im Rahmen eines Seminars bei der Medica in Düsseldorf. Die Infarkt-Rate, besonders bei jungen Frauen, hat drastisch zugenommen. Der Herzspezialist spricht bereits von einem „Alltagsproblem“, das seltsamerweise in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werde. Ein Grund für extrem frühe Herzinfarkte bei jungen Frauen ist die Kombination von Rauchen und Pille. In Deutschland rauchen, laut Gülker, bereits etwa 35 Prozent der 13- bis 19-jährigen Frauen. Mit der Vorbeugung von Herzerkrankungen, muss also bereits im Jugendalter begonnen werden. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Ernährung. „Es geht nicht um irgendwelche Diäten, sondern um gesunde Ernährung“, sagte Gülker.

Artgerechte Ernährung der Steinzeit-Menschen

Artgerecht sei für uns Menschen all das, was bereits die Steinzeit-Menschen zu sich genommen haben: Beeren, Nüsse, pflanzliche Nahrung, Wild und Fische. Es wüchsen eben keine Brote auf den Bäumen, keine Pizza und keine Nudeln, meint der Herzspezialist. Eine gesunde Ernährung wird zwar immer wieder propagiert. Im Alltag jedoch herrscht Fast Food vor. Nicht vergessen werden sollte, dass die Steinzeit-Menschen große Strecken laufen mussten, um überhaupt Nahrung zu finden oder zu erbeuten. Bewegung ist also auch für heutige Menschen eine Lebensnotwendigkeit, wenn sie gesund alt werden möchten. Am Herzzentrum Leipzig wird intensiv erforscht, wie mit Bewegung Herzkreislauf-Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Wissenschafter entwickeln Trainingsprogramme, mit denen die Gefäße nicht nur am Herzen fit bis ins hohe Alter bleiben sollen. Selbst wenn bereits Schäden an den Herzkranzgefäßen vorhanden sind, verbessert regelmäßiges Training die Durchblutung des Herzmuskels und damit die Belastbarkeit, wies eine Leipziger Arbeitsgruppe um Prof. Rainer Hambrecht nach. Die Wissenschafter haben ihre Ergebnisse in der US-Fachzeitschrift „Circulation“ (109 (11), 2004, 1371) publiziert. Mit der mangelnden Bewegung und der Fehlernährung hängt ein weiteres großes Problem unmittelbar zusammen: die drastische Zunahme des Diabetes mellitus.

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