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Innere Medizin 30. Juni 2005

Zuwarten bei kleinem Aneurysma gerechtfertigt

Neu-Isenburg. Erst einmal abwarten - das können Hausärzte Patienten mit Bauchaortenaneurysmen bis 5,4 cm empfehlen. Denn die Überlebensrate nach acht Jahren ist bei nicht operierten Patienten genau so hoch wie bei operierten. Dies haben eine US-amerikanische sowie eine britische Studie ergeben, an denen jeweils über 1000 Patienten mit Aortenaneurysmen mit Durchmessern zwischen vier und 5,4 cm teilnahmen. Die Patienten wurden entweder frühzeitig operiert oder alle sechs Monate per Ultraschall oder Computertomographie kontrolliert. Die Achtjahres-Überlebensrate war in beiden Gruppen gleich, obwohl die Operationsletalität mit etwa zwei Prozent in der US-amerikanischen Studie äußerst niedrig war, so Dr. Frank A. Lederle von den Veterans Affairs Medical Centers in Minneapolis. (NEJM 346, 2002, 1437). Im "wirklichen Leben" liege die Operationsletalität zwischen fünf und acht Prozent, so Dr. Robert W. Thompson. (NEJM 346, 2002, 1484). Dies spreche noch mehr für ein zurückhaltendes Vorgehen. Vergrößerte sich ein Aneurysma in der Beobachtungsgruppe auf 5,5 cm oder mehr, wurde operiert. Dies war in der US-Studie bei knapp 62 Prozent der Patienten notwendig. Ein erhöhtes Operationsrisiko war mit dem verzögerten Eingriff allerdings nicht verbunden, berichten die Forscher. 

Die Autoren der britischen Studie vermuten, dass eine frühe Operation sich positiv auf den Lebensstil, etwa im Rauchverzicht, auswirke (NEJM 346, 2002, 1445). Dies könne einen Vorteil der frühen Operation auch für einige Patienten mit kleinen Aneurysmen bedeuten, vermutet Thompson.

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