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Innere Medizin 30. Juni 2005

USA: West-Nil-Virus breitet sich weiter aus

Neu-Isenburg. 638 Erkrankte in 27 Bundesstaaten - das West-Nil-Virus breitet sich in den USA immer weiter aus. 37 Menschen sind 2002 an den Folgen einer Infektion gestorben. Das Virus wird durch Stechmücken übertragen, in den USA wächst allerdings die Sorge, dass die Viren auch über Blutspenden verbreitet werden könnten.

Die Gesundheitsbehörden riefen die Blutbanken dazu auf, Patienten auf eine Virus-Erkrankung hin zu untersuchen. Hintergrund: Im Bundesstaat Florida hatten sich vier Menschen vermutlich bei einer Organtransplantation mit dem West-Nil-Virus infiziert. Die vier Patienten erhielten Organe von derselben Spenderin, die vor ihrem Tod Bluttransfusionen von 60 Menschen erhalten hatte. Von den vier Patienten sind zwei an einer Hirnhautentzündung erkrankt, ein Mann ist gestorben. Wie der Online-Dienst von "New Scientist" berichtet, untersuchen die Behörden derzeit, ob einer der 60 Blutspender mit dem Virus infiziert war.

Das West-Nil-Virus gehört wie auch das Gelbfiebervirus oder das japanische Enzephalitis-Virus zur Gruppe der Flavi-Viren. Überträger beim West-Nil-Fieber sind Culex-Mücken. Das Virus vermehrt sich in Vögeln. In Afrika, Indonesien, Israel und Indien ist das West-Nil-Fieber weit verbreitet. In der westlichen Welt wurde es erstmals 1937 in Ungarn diagnostiziert. Im Sommer 1999 wurden erste Erkrankungen in New York bekannt, auch Kanada ist mittlerweile davon betroffen. Schwere Verläufe sind beim West-Nil-Fieber allerdings selten.

Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg verläuft die Infektion bei etwa 80 Prozent der Patienten ohne Krankheitszeichen und nur bei weniger als einem Prozent der Kranken kompliziert mit Meningitis oder Enzephalitis. Etwa ein bis sechs Tage nach dem Mückenstich kann es zu Fieber mit Myalgien oder Kopfschmerzen kommen. Zur gleichen Zeit bekommt etwa ein Drittel der Betroffenen ein roseolenförmiges, makulopapulöses Exanthem auf Brust, Rücken oder Armen. Charakteristisch ist eine systemische Lymphadenopathie. Gefährdet sind vor allem Kinder, alte und geschwächte Menschen. Einen Impfstoff gibt es nicht. Mückenschutz ist die einzige Prophylaxe, die US-Gesundheitsbehörden versuchen durch Insektenbekämpfungsmaßnahmen einer Epidemie vorzubeugen. Experten rechnen trotzdem damit, dass das West-Nil-Virus bald die Westküste erreicht.

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