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Innere Medizin 30. Juni 2005

"Hilfe - ich bin dauernd erkältet!"

"Besonders während der kühleren Jahreshälfte sind wir als Kinderärzte täglich mit zahlreichen Müttern konfrontiert, die meinen, ihr Kind hätte einen Immundefekt, weil Erkältungen immer wieder aufflammen", berichtet Dr. Peter Kitzler, Kinderarzt in Klagenfurt. Die vehemente Forderung laute dann: "Machen Sie mein Kind gesund, und das sofort!" und der Wunsch nach einem Antibiotikum, das "alles wieder gut macht", würde geäußert. "Echte Immundefekte sind aber selten", betont Prof. Dr. Ursula Kunze vom Institut für Sozialmedizin der Universität Wien. Sie nennt die "Normalhäufigkeiten" für Atemwegsinfekte pro Jahr: "Beim Säugling und Kleinkind können es 6 bis 8 pro Jahr sein, bei Krabbelstuben- und Kindergartenkindern bis zu 10, da es sich um Streuherde mit Tröpfchen- und Schmierinfektion handelt, bei Schulkindern 3 bis 4 und ab 12 Jahren etwa 1 bis 2 Infekte."

Zu 90 Prozent sind Viren und zu 10 Prozent Bakterien verantwortlich: über 100 verschiedene Rhinoviren kommen in Frage, weiters Adeno-, Parainfluenza- und RS-Viren sowie Pneumokokken, Hämophilus influenzae, Moraxella catarrhalis und Mykoplasma pneumoniae.

Immunsystem trainieren

Was kann man tun? Kunze: "Zunächst ist es wichtig, die Ursachen zu verstehen und ein wenig auch mit der Tatsache zu leben, dass Kinder grundsätzlich häufiger Atemwegsinfekte haben. Man sollte so lange wie möglich stillen und die Chance von Impfungen nützen, im Winter auf nicht überheizte Wohnungen und ausreichende Luftfeuchtigkeit achten und sich öfter die Hände waschen." Eine aktuelle Option sei die Immunstimulation mit einem Bakterienlysat, die hilft, das Immunsystem zusätzlich zu trainieren und damit gegenüber häufigen Atemwegsinfektionen fit zu halten.

"Die Wirkung von Luivac® beispielsweise beruht auf der Stimulation des schleimhautassoziierten Immunsystems MALT", erklärt Kitzler. Nach der Einnahme kommt es über das antigene "priming" des darmassoziierten Lymphgewebes zu einer Erhöhung der spezifischen Immunität in allen Schleimhautgeweben, somit auch in den Schleimhäuten der Atemwege. "So konnte unter anderem die Zunahme von spezifischen Antikörpern vom Typ Immunglobulin A in Lunge und im Serum nachgewiesen werden. Darüber hinaus kommt es zu einer Erhöhung von sekretorischen IgA auf den Schleimhäuten, insbesondere der Bronchialschleimhaut, die ja die wichtigste Eintrittspforte für die Erreger darstellt. Es wird dadurch eine dichte Abwehrlinie gebildet", so Kitzler weiter. 

Luivac® konnte mittlerweile in zahlreichen Studien seine Wirksamkeit nachweislich belegen und bisher in der Praxis diesen Ergebnissen auch gerecht werden. Insgesamt liegen Daten von über 6.000 Patienten vor, in die Studien eingeschlossen waren Kinder und Erwachsene zwischen 3 und 65 Jahren. Eine Studie zeigte zudem die sehr gute Verträglichkeit von Luivac® bei Kindern ab 3 und bei Erwachsenen bis 86 Jahren. Nach einer Behandlung mit Grundimmunisierung und Booster wurden sowohl die Häufigkeit von Atemwegsinfekten, Dauer, Schweregrad als auch die Anzahl der Infekttage um mindestens ein Drittel bis zur Hälfte im Vergleich zu Plazebo gesenkt. Begleittherapie mit Antibiotika und symptomatischen Arzneimitteln und die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage wurden ebenfalls reduziert.

Behandlungsschema

Das Behandlungsschema besteht in der Einnahme von Liuvac® über einen Zeitraum von 28 Tagen (1 Tablette täglich), einer 28-tägigen Einnahmepause und einem Booster, also der neuerlichen Einnahme einer Tablette täglich über 28 Tage. "Grundsätzlich gehören Atemwegsinfekte zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch und belasten daher die Medikamenten-Ausgaben insgesamt entsprechend", bestätigt auch Prof. Dr. Bernhard Schwarz vom Ludwig-Boltzmann Institut für Gesundheitsökonomie. Allerdings sind 90 Prozent dieser Infekte nicht durch Bakterien, sondern durch Viren verursacht und daher primär keine Indikation für Antibiotika. Durch den unreflektierten Einsatz von AB entstehen unnötige Kosten, vielfach werden auch noch hoch preisige Präparate verordnet, die häufig gar nicht aufgebraucht werden. 

Schwarz: "Als eine sinnvolle Alternative haben sich Behandlungsmethoden erwiesen, die das Immunsystem stärken und unterstützen, es gegen häufige Erreger aufbauen helfen. Die wissenschaftliche Datensicherheit ist zumindest mit der Evidenzklasse B) oder 2) unbedingt ausreichend, um diese Empfehlung guten Gewissens geben zu können. Denn die Immunstimulation wie sie mit einem Bakterienlysat durchgeführt wird, hilft absolut, Kosten zu sparen, was durch eine starke Verminderung der Häufigkeit von Atemwegsinfekten erreicht wird. Eine Vielzahl von Medikamenten, die der adjuvanten Therapie respiratorischer Infekte dienen, könnten damit ebenfalls eingespart werden. In diesem Sinne erscheint diese relativ neue und noch zu wenig bekannte Behandlungsmethode auch aus gesundheitsökonomischer Sicht empfehlenswert."

Quelle: Pressekonferenz am 18.9. 2002 in Wien

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