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Innere Medizin 9. November 2005

Neue Krankheiten durch wärmeres Klima

Überträger der Leishmaniose, des Dengue Fiebers und von weiteren Krankheiten werden von Forschern in Deutschland entdeckt.

Mit der Klimaerwärmung drohen in Europa die Verbreitung neuer Krankheiten. Eine im Auftrag des deutschen Umweltbundesamtes (UBA) erstellte Studie der Universität Bonn zeigt, dass sich bereits zurzeit Wärme liebende Krankheitsüberträger in Deutschland und den Nachbarländern ausbreiten. So infizierten sich in Deutschland schon Menschen und Tiere mit der eigentlich in Asien und Südeuropa beheimateten Leishmaniose. Forscher wiesen in Deutschland bereits den aus Südeuropa stammenden Überträger der Leishmaniose nach, die Schmetterlingsmücke (Phlebotomus perniciosus) kommt in Südeuropa sowie im asiatischen Raum, in Ostafrika, dem vorderen Orient und Mittel- und Südamerika vor. Ebenso die in Deutschland bisher noch nicht beheimatete Sandmückenart Phlebotomus mascittii, eine Überträgerin des Sandfliegenfiebervirus, sowie in Indien auch verantwortlich für die Übertragung des Chandipura-Virus. Die Übertragung des Dengue-Fiebers wird durch einen Stich der ursprünglich in Asien beheimateten Tigermücke (Aedes albopictus) verursacht. Sie wurde von Forschern mittlerweile auch in Frankreich und Italien entdeckt. Zusätzlich steigt nach Einschätzung der Wissenschaftler auch das Risiko, sich in Deutschland mit Malaria zu infizieren. Die Krankheit war in Teilen Deutschlands bis Mitte der 1950er Jahre verbreitet. Jährlich werden in Deutschland etwa 1.000 Malaria-Erkrankungen registriert, die im Ausland erworben wurden. Sollten sich künftig klimabedingt die Ausbreitungsmöglichkeiten der Anopheles-Arten in Deutschland verbessern, könnte nach Einschätzung des Umweltbundesamtes die Krankheit auch hier zu Lande übertragen werden.

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