zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 30. Juni 2005

Polio-Impfung - wie lange noch?

Der letzte Todesfall an Poliomyelitis in Österreich war 1973 zu verzeichnen. Prof. Dr. Ingomar Mutz, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Leoben: "In Österreich hat es schon seit 1980 keinen Fall an Poliomyelitis mehr gegeben!" Im internationalen Umfeld wurde von der WHO ein Beobachtungssystem installiert, an das sämtliche Fälle von "Acute Florid Paralysis" gemeldet werden müssen: Die Zahlen gingen von 350.000 im Jahr 1988 auf 491 im Jahr 2001 zurück. 

Aus politischen Umständen heraus konnte das ursprüngliche Ziel, die Welt bis 2000 poliofrei zu bekommen, nicht erreicht werden. Grund waren vor allem verschiedene kriegerische Auseinandersetzungen in Asien und Afrika, bei denen aber zum Teil Waffenstillstände eingehalten wurden und werden, damit die Impfteams ihre Arbeit tun können.  Das neue Ziel der WHO ist nun, bis 2005 die Welt für poliofrei zu erklären. Mutz: "Allerdings wird dieser Zustand dann noch weitere fünf Jahre intensiv überwacht, ehe man tatsächlich mit den Impfungen aufhören darf." Konkret wird somit nach WHO-Plan ab 2010 keine Polioimpfung mehr nötig sein. 

Allgemein werden von den höher entwickelten Ländern die Impfungen und damit die Polio-Eradikation sehr gefördert, um diese Finanzmittel nach der Polioausrottung so rasch wie möglich für andere wichtige Ziele in den Gesundheitssystemen einsetzen zu können. In diesem Sinne werden auch aus privaten Stiftungen wie jener von Bill Gates massiv Mittel in diese Zielsetzungen investiert.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben