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Innere Medizin 30. Juni 2005

Millionen sollen gegen Pocken geimpft werden

Washington/London. Die US-Regierung plant, erneut Millionen Amerikaner gegen Pocken zu impfen. Nach Angaben von BBC kann nur eine Massenimpfung tausende Menschen vor den drohenden Gefahren der heimtückischen Erkrankung schützen.  Die Amerikaner befürchten, dass Terroristen mit Pockenviren eine ganze Millionenstadt auslöschen könnten. Aber auch die Gefahr von Impfschäden ist nach Ansicht von Wissenschaftlern nicht zu unterschätzen. 

Wissenschaftler der Universität von Michigan haben berechnet, dass bei einer Impfung aller Jugendlichen unter 30 Jahren 82,5 Millionen Personen betroffen wären. Die Forscher gehen davon aus, dass mindestens 190 davon an Impfschäden sterben und 1.600 an schweren gesundheitlichen Schäden leiden würden. Eine weiter gesteckte Impfkampagne, die 180 Millionen Amerikaner mit einschließt, würde mindestens zu 285 Todesfällen und 4.600 ernsten Komplikationen führen. "Die Pockenimpfung ist im Vergleich zu anderen Impfungen eine eher gefährliche", so der Wissenschaftler Alex Kemper, der das Projekt leitet. Wenn es tatsächlich zu einer Massenimpfung in den USA komme, müsse die Bevölkerung auch über die Risiken unterrichtet werden. 

"Es gilt dabei abzuwiegen, wie groß die Gefahr eines biologischen Anschlags ist und wie viele Opfer eine amerikaweite Impfaktion fordern würde", so der Wissenschaftler. Von vorneherein könnte aber eine gewisse Anzahl an Risikopersonen von der Impfung ausgeschlossen werden. Das gelte vor allem für Personen mit Ekzemen oder Immunsupprimierte. Bei diesen könne eine tödliche Reaktion auf das Vakzin nicht ausgeschlossen werden. Amerikanische Umfragen haben ergeben, dass nach dem 11. September und den Anthrax-Fällen ein großer Teil der Bevölkerung einer Impfung gegen Pocken zustimmen würde. Das Massenimpfprogramm würde nach Angaben der Untersuchung 270 Millionen Dollar kosten. 

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