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Bei der Medikamentenanamnese sollte nach „Knochenräubern“ gefragt werden.
 
Innere Medizin 26. August 2013

Frakturrisiko frühzeitig bestimmen

Bei Risikopatienten lohnt es sich, die Knochendichte zu messen.

Osteoporotische Frakturen müssten heute nicht mehr sein, wenn auf die Früherkennung mehr Wert gelegt werden würde.

Bei Frauen über 70 Jahren und bei Männern über 80 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer osteoporotischen Fraktur in den nächsten zehn Jahren über 20 Prozent, auch wenn keine zusätzlichen Risikofaktoren vorliegen. Daher wird in dieser Altersgruppe für jeden Patienten eine Basisdiagnostik empfohlen.

Bei jüngeren Patienten ist die Basisdiagnostik nur dann sinnvoll, wenn weitere Risikofaktoren für eine osteoporotische Fraktur hinzukommen. Solche Risikofaktoren sind z. B. Grunderkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, eine länger als drei Monate dauernde Behandlung mit oralen Glukokortikoiden, häufige Stürze, Immobilität, Nikotinkonsum und Untergewicht mit einem Body-Mass-Index unter 20 kg/m2.

Bereits vorhandene Wirbelkörperfrakturen, die ohne adäquates Trauma oder andere Ursachen aufgetreten sind, sprechen für eine manifeste Osteoporose ( CME 2013; 10 (1): 53-61 ).

Bei der Anamnese sollte nach aktuellen Beschwerden gefragt werden. Plötzliche Rückenschmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen können Hinweise auf eine Osteoporose sein. Auch wenn die Körpergröße des Patienten um mehr als drei Zentimeter abgenommen hat oder er einen Buckel entwickelt, steckt möglicherweise eine Osteoporose dahinter.

Nach „Knochenräubern“ fragen

Wichtig ist auch die Medikamentenanamnese. Dabei sollte vor allen Dingen nach „Knochenräubern“ gefragt werden: Neben Glukokortikoiden können z. B. Glitazone und Protonenpumpenhemmer das Frakturrisiko steigern.

Neben der Anamnese und der Erhebung des klinischen Befunds gehört eine Knochendichtemessung zur Basisdiagnostik. Goldstandard ist die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA). Die Messung soll laut DVO-Leitlinie (Dachverband Osteologie e. V.) an der Lendenwirbelsäule und am proximalen Femur erfolgen. Der niedrigste gemessene T-Score wird für die Berechnung des 10-Jahres-Frakturrisikos verwendet.

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