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Innere Medizin 30. Juni 2005

Besondere Impfempfehlungen für Risikogruppen

Impfungen stellen eine wesentliche präventivmedizinische Maßnahme dar, die zum Ziel hat, vor - durch Impfungen verhinderbaren - Infektionserkrankungen zu schützen. In Abhängigkeit von epidemiologischer Situation, Impfstoffverfügbarkeit, internationaler und nationaler Impfstrategie wird die Durchführung von bestimmten Impfungen empfohlen. Prof. Dr. Karl Zwiauer, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, St. Pölten: "Weiters gibt es aber auch bestimmte Personengruppen, die einen besonderen individuellen Schutz benötigen und für die daher zusätzlich Impfungen empfohlen sind." 

Diese Personen können entweder ein besonders hohes Infektionsrisiko auf Grund ihrer speziellen Lebenssituation oder wegen einer Erkrankung aufweisen (zum Beispiel Gesundheitspersonal, i.v. Drogenabhängige, Kanalisations- und Klärwerkpersonal u.a.m.), aber auch für ihnen anvertraute Personen potenzielle Ansteckungsquellen für Infektionserkrankungen darstellen (zum Beispiel Betreuungspersonal in Gemeinschaftseinrichtungen, Schwangere, Gesundheitspersonal). 

Für diese Personen gibt es eine nicht unbeträchtliche moralische Verpflichtung, andere, ihnen anvertraute (Risiko-)Personen vor der Infektion zu schützen. "Dies gilt natürlich in besonders hohem Maße für Gesundheitspersonal. Ebenso besteht von Seiten der Gesellschaft eine individuelle moralische Verpflichtung, diese Personen durch das Angebot von entsprechenden Impfungen zu schützen", so Zwieauer.  Neben den oben genannten Personengruppen zählen Personen mit bestimmten medizinischen Erkrankungen zu den schützenswerten Risikogruppen, wie zum Beispiel Frühgeborene, immunologisch beeinträchtigte Personen (primäre und sekundäre Immundefekte, HIV-Infektionen, Patienten nach Transplantationen, Asplenie) sowie Patienten mit chronischen Erkrankungen. 

Das Spektrum der Impfungen, die für bestimmte Risikogruppen empfohlen werden, ist sehr breit: HAV-Impfung, Impfung gegen FSME, Gelbfieber, Influenza, Masern, Meningokokken, Pertussis, Pneumokokken, Röteln, Tollwut und Varizellen. Zwieauer: "Für einige wenige Risikogruppen gibt es aber auch Impfungen, die nicht empfohlen werden können, da das Impfrisiko zu hoch ist oder nicht damit zu rechnen ist, dass die Impfung einen Schutz bieten wird, zum Beispiel Lebendimpfungen bei schweren Immunmangelzuständen oder Impfungen bei schwer immunsupprimierten Personen." Die Impfung der speziellen Risikogruppen stellt daher eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zu den allgemein empfohlenen Impfungen dar und verfügt über einen hohen individuellen und gesamtmedizinischen Stellenwert.

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