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Innere Medizin 30. Juni 2005

Impfstoff gegen Harnwegsinfektionen

Chicago. Wissenschaftler der University of Wisconsin haben einen Impfstoff entwickelt, der Frauen mit ständig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen Hoffnung verspricht.  Der Impfstoff soll gegen zehn häufig auftretende Bakterien wirksam sein und muss als Vaginalzäpfchen jeden Monat eingeführt werden. Dies berichtete der Immunologe Walter Hopkins auf dem Kongress der American Society for Microbiology in Chicago. Diese Zäpfchen müssten möglicherweise aber über Jahre hinweg eingenommen werden. Der neue Impfstoff beinhaltet zehn verschiedene getestete E.coli-Bakterien-Stämme und andere Erreger, die für gewöhnlich Harnwegsinfektionen hervorrufen. Dadurch soll der Körper dazu veranlasst werden, Bakterien auf der Oberfläche der Vagina sofort anzugreifen. 

Erste positive Ergebnisse

Dadurch können sich laut Forschern Keime erst gar nicht in die Blase oder den Nieren ausbreiten. Um die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs zu gewährleisten, wurden 54 Frauen, die im vergangenen Jahren mehr als drei und weniger als 20 Infektionen des Harntraktes hatten, behandelt. Nur acht von 18 Patientinnen, die ein vollständiges Impfprogramm durchliefen, bekamen in den folgenden sechs Monaten eine Harnwegsinfektion. Im Vergleich zu 16 von 18 Patientinnen, die Placebo erhielten. Die Forscher sind sich einig, dass die Bekämpfung von Harnwegsinfektionen ohne die Einnahme von Antibiotika ein enormer Fortschritt wäre. Vor der Marktreife des Impfstoffes, laut Forschern in etwa zwei Jahren, sind allerdings noch weitere Studien notwendig. 

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