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Innere Medizin 9. November 2005

Pneumokokken-Impfung frei

Für Säuglinge und Kleinkinder mit bestimmten Risikofaktoren werden die Kosten für die Pneumokokken-Impfung übernommen. Bestätigt werden muss das Vorliegen von Risikofaktoren.

Das weitere Vorgehen ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und erfolgt mittels Rezept, Gutschein, Bon oder Abrechnungslisten. Für alle Kinder, die keinen Risikofaktor (siehe Kasten) aufweisen, ist der Pneumokokken-Impfstoff derzeit stark preisgesenkt und kostet pro Dosis 79 Euro statt 117,85 Euro.

„Jedes Kind, das geimpft wird, ist ein Gewinn“

Im österreichischen Impfplan empfehlen Impfexperten seit 2003 die Pneumokokken-Impfung für alle Kinder unter 2 Jahren und forden die Aufnahme ins Gratis-Impfkonzept. Jetzt ist mit der kostenfreien Impfung für Risikokinder ein Zwischenziel erreicht. Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Institut für Tropenmedizin der Universität Wien, meint dazu: „Jedes Kind, das geimpft wird, ist ein Gewinn.“ Auch Prof. Dr. Karl Zwiauer, Vorstand der Kinder- und Jugendabteilung am Zentralklinikum St. Pölten, pflichtet bei: „Wenn Impfungen kostenfrei erhältlich sind, ist das grundsätzlich ein wesentlicher Vorteil, weil damit über alle sozialen Barrieren hinweg ein Schutz vor Infektionen gewährleistet werden kann.“ Zu erklären bleibt freilich, warum eine allgemein empfohlene Impfung nur für einen Teil der Kinder kostenfrei ist. Zwiauer dazu: „Es ist im österreichischen Impfplan definitiv festgehalten, dass die Pneumokokken-Impfung für alle Säuglinge und Kleinkinder empfohlen ist und daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Impfung nur für einen Teil der Kinder kostenfrei ist.“

Eigenverantwortlichkeit der Eltern fordern

Zweifellos hat die Pneumokokken-Impfung eine derartig große Bedeutung, dass nach wie vor alle Säuglinge und Kleinkinder diese Impfung erhalten sollen. „Man muss eben an die Eigenverantwortlichkeit der Eltern appellieren und darauf hinweisen, dass es zur Zeit nicht möglich ist, dass alle Kinder die Impfung kostenlos erhalten“, so Zwiauer. Auch Kollaritsch schlägt in die gleiche Kerbe: „Man muss den Eltern sagen, dass die Pneumokokken-Impfung eine allgemein empfohlene Impfung ist, dass man eben nur aus humanitären Gründen Risikokindern entgegenkommt, weil diese sowieso schon ein schwereres Los zu tragen haben. Bei allen anderen Kindern kann man eine hohe Preisreduktion anbieten.“

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