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Innere Medizin 30. Juni 2005

Impf-Stich gegen Anopheles-Stich

Banjul. Ein Impfstoff gegen Malaria hat sich in einer Studie als immunogen und sicher erwiesen. In den neun Wochen nach der dritten Dosis wurde eine Schutzwirkung von 71 Prozent errechnet. Nach weiteren sechs Wochen verringerte sich der Schutz jedoch auf 0 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Sporozoiten-Antigen plus neuartiges Adjuvans

In der Studie in Gambia wurden 250 Männer im Alter von 18 bis 45 Jahren je etwa zur Hälfte nach dem Zufallsprinzip dreimal entweder mit einer Tollwutvakzine oder mit der Malaria-Vakzine RTS,S/AS02 geimpft. Der von GlaxoSmithKline entwickelte Impfstoff besteht aus einem Sporozoiten-Antigen von Plasmodium falciparum, das mit einem Oberflächenantigen des Hepatitis-B-Virus verschmolzen wurde. Außerdem enthält die Vakzine ein neuartiges Adjuvans. Bei den Probanden wurde wöchentlich bei Malaria-Symptomen Blut auf P. falciparum untersucht, wie Dr. Kalifa Bojang von den Medical Research Council Laboratories in Banjul in Gambia berichtet (Lancet 358, 2001, 1927). Der Zeitpunkt jeder ersten Infektion mit Malaria wurde dabei über 15 Wochen registriert.

Hohe Schutzwirkung

Nach neun Wochen hatten 21 von 131 in der Verumgruppe und 37 von 119 in der Kontrollgruppe eine Malaria-Parasitämie gehabt, woraus die Forscher für diese Zeit eine Schutzwirkung von 71 Prozent errechnen. Nach weiteren sechs Wochen stiegen die Zahlen der Infektionen auf 81 in der Verumgruppe und auf 80 in der Kontrollgruppe. Nach einer weiteren Impfdosis zur nächsten Malaria-Saison wurde bei 158 Probanden in der Verumgruppe ein Schutz der Vakzine von 47 Prozent über neun Wochen ermittelt. Erstmals sei dabei mit einer Vakzine gegen prä-erythrozytäre Stadien des Erregers ein deutlicher Schutz erzielt worden, urteilen die Forscher.

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