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Innere Medizin 9. November 2005

Immunologen gehen auf Ärzte in der Praxis zu

Die Österreichische Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI) will bei der Jahrestagung 2003 mit neuen Konzepten den Dialog zur täglichen medizinischen Praxis sowie zur Bevölkerung intensivieren.

Die ÖGAI hat mit ihrer jährlichen Tagung bereits regelmäßig Marksteine im österreichischen Forschungsleben gesetzt. Die ÄRZTE WOCHE sprach mit Prof. Hannes Stockinger, Präsident der ÖGAI, sowie dem Sekretär der ÖGAI, Prof. Gerhard Zlabinger, beide tätig am Institut für Immunologie der Medizinischen Universität Wien.

Was sind die Tätigkeitsbereiche der ÖGAI und die derzeitigen Arbeitsschwerpunkte?

Stockinger: Die ÖGAI hat die Förderung der wissenschaftlichen Forschung und der klinisch angewandten Immunologie zum Ziel. Weiters bemühen wir uns um eine fundierte und standardisierte Ausbildung der Immunologen und die Belange der Standespolitik auf nationaler wie auch auf Ebene der Europäischen Union.

Wie sieht dies konkret aus?

Zlabinger: Die Standespolitik wird in der Form von Komitees wahrgenommen, deren Arbeit stets auch einen sehr starken klinischen Bezug hat. Es wurden bereits wichtige Richtlinien ausgearbeitet, etwa jene zur Durchführung der Allergiediagnostik und Hyposensibilisierungstherapien des Komitees für Allergologie oder ein Positionspapier zur Verwendung von Immunoglobulinen außerhalb der Standardindikationen vom Komitee für Klinische Immunologie, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Stockinger: Es geht aber auch zusehends darum, den Kontakt zwischen Klinik und Grundlagenforschung weiter zu vertiefen, und auch jenen zwischen Forschern und Bevölkerung. Auch dabei spielt die Jahrestagung eine wesentliche Rolle.

In welcher Weise?

Zlabinger: Die Salzburger Allergologen und Immunologen, die heuer die Jahrestagung ausrichten, wollen auf der diesjährigen Tagung Berührungsflächen schaffen zwischen Gruppen, die sich nicht selbstverständlich begegnen. Es wird diesmal ein Ärztesymposium geben, bei dem alle praktizierenden Ärzte eingeladen sind, ausgewählte Fälle mit Spezialisten aus Klinik und Grundlagenforschung zu diskutieren.

Gibt es dabei einen Themenschwerpunkt?

Stockinger: Ja, diesmal gibt es das "Praxisforum Allergie". Ein Team von zehn hochrangigen Allergologen steht dabei zur Verfügung.

Wie läuft das Symposium selbst ab? Ist eine ausführliche Darstellung einzelner Fälle geplant oder können auch Einzelfragen aus der täglichen Praxis diskutiert werden?

Stockinger: Sowohl als auch. Es gibt die Möglichkeit, Gesamtdarstellungen im Voraus zu planen, aber auch für Einzelfragen stehen die Experten bei einer offenen Diskussion zur Verfügung.

Wie läuft die Planung ab - mit wem kann man die Präsentation eines Falles besprechen?

Stockinger: Wir haben ein Eingabeformular ins web gestellt, auf welchem interessierte Ärzte Fragen formulieren und an die Datenbank mailen können. Weiters können auch per e-mail formlos Fragen im Voraus an die Experten gestellt werden. Als Hinweis für diese Veranstaltung wird eine direkte Einladung an alle Ärzte ergehen.

Jahrestagung der ÖGAI vom 4. - 6. Dezember 2003, Salzburg, Kongresshaus
Praxisforum Allergie, 6.12.2003, 14 Uhr, open end. Infos unter: www.oegai.org, www.allergietage.at/oegai
 

Dr. Rosa Aspalter, Ärzte Woche 39/2003

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