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Innere Medizin 30. Juni 2005

Rund 17 Millionen Menschen leiden weltweit an Herzmuskelschwäche

Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Erkrankungen und führt ohne entsprechende Behandlung zum Tod. Betroffen sind vor allem Menschen über 65 Jahre, aber auch jüngere.

Die Österreichische Gesellschaft für Kardiologie hat mit der "Initiative Starkes Herz" ein Forum zur Information der Ärzteschaft, aber auch der Bevölkerung ins Leben gerufen. Neueste Ergebnisse - wie etwa die europäische Studie "Herzinsuffizienz 2001" mit österreichischen Daten - und medizinische Fortschritte in der Behandlung und Prävention sollen einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.

Herzinsuffizienz- Ambulanzen

Anlässlich einer Pressekonferenz Anfang April in Wien informierten Experten unter der Moderation von Prof. Dr. Gerald Maurer, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin II an der Universitätsklinik Wien, über die Initiative. "Das European Heart Failure Survey 2001 stellt den ersten internationalen Überblick über Herzinsuffizienz basierend auf einer repräsentativen Stichprobe von Spitalszentren und Patienten dar", stellte Prof. Richard Pacher, Abteilung Kardiologie, Univ. Klinik für Innere Medizin II Wien, die großangelegte Studie vor, die sich der Qualität der Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz in Europa widmet. "Diese Studie beinhaltet auch eine Substudie Wien, die in drei Spitälern Wiens durchgeführt wurde." Pacher sprach sich für die Errichtung von spezifischen "Herzinsuffizienz-Ambulanzen" aus, um den Problemen gerecht zu werden.

Optimierung vorhandener Strukturen

Prof. Dr. Klaus Klaushofer, Hanusch-Krankenhaus Wien, beratender Arzt des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, berichtete, dass die Autoren der Studie feststellten, dass die Behandlung der Herzinsuffizienz in Österreich nicht evidence-based-medicine konform sei - nämlich eine Therapie mit ACE- Hemmern und Betablockern: "Die Sozialversicherung hat zum Ziel, allen Betroffenen die bestmögliche Therapie zur Verfügung zu stellen, natürlich unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit, aber bei nachgewiesenem medizinischen Nutzen steht der ökonomische Aspekt im Hintergrund."

Klaushofer sprach sich für die Verbesserung und Optimierung der vorhandenen Strukturen vor der Errichtung neuer additiver Einrichtungen aus. Auch Primar Dr. Ludwig Kaspar, Generaldirektor-Stellvertreter des Wiener Krankenanstaltenverbundes der Stadt Wien, betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen Spitälern und Niedergelassenen auch mit Hilfe neuer Kommunikationssysteme verbessert werden müsse, und nicht unbedingt neue Ambulanzen notwendig wären.

"Der Patient sollte nach Behandlung der Akutsituation sehr bald wieder im niedergelassenen Bereich betreut werden, allerdings anfangs mit engmaschigen Kontrollen", so Kaspar, "Wir müssen aber nicht nur die Patienten und Angehörigen besser informieren, sondern auch den praktischen Arzt, den Internisten und alle anderen betroffenen medizinischen Berufe, um rechtzeitig und möglichst effektiv helfen zu können."

Unter der Hotline-Nummer 01/4092974 erhalten Interessierte umfassende Informationen zum Thema Herzinsuffizienz

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