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Innere Medizin 30. Juni 2005

Was tun bei chronischer Hepatitis C?

Wie stehen die Heilungschancen für Patienten mit chronischer Hepatitis C, die Non-Responder auf eine Interferontherapie sind?

Doz. Dr. Michael Gschwantler (4. Med. Abteilung der KA Rudolfstiftung, Wien) antwortet:

"Zunächst wurde Interferon als Monotherapie angewandt, was allerdings nur bei etwa 10 bis 15 Prozent aller Behandelten zu einer dauerhaften Viruselimination - der so genannten "sustained-response" - führte. In den vergangenen Jahren zeigte sich, dass sich der Anteil der Patienten mit sustained-response auf 30 bis 50 Prozent anheben lässt, wenn IF-a mit Ribavirin kombiniert wird. Diese Kombination wird daher derzeit als Standardtherapie der chronischen Hepatitis C empfohlen.

Nebenwirkungen und zahlreiche Kontraindikationen sind zu beachten. Die Indikation für eine antivirale Therapie muss von einem Spezialisten kritisch geprüft werden. Die Diagnose "chronische Hepatitis C" bedeutet keineswegs automatisch, dass eine Therapie mit IF-a plus Ribavirin zu empfehlen ist.

Die weitere Therapie eines Patienten, der bereits einmal auf eine antivirale Therapie nicht angesprochen hat, hängt entscheidend davon ab, welches Therapieschema initial verabreicht wurde.

Patienten, deren Serum während einer IF-Monotherapie HCV-RNA negativ wurde, bei denen es jedoch nach Therapieende neuerlich zum Auftreten von viraler Nukleinsäure im Serum kam (so genannte "relapser") kam, haben eine fast 50-prozentige Chance, dass durch eine Kombinationstherapie mit IF-a plus Ribavirin eine dauerhafte Viruselimination erzielt werden kann. Die Therapiedauer sollte 6 bis 12 Monate betragen.

Problematischer ist die Situation bei den "non-respondern", bei denen während der IF-Monotherapie die virale Nukleinsäure nie vollständig aus dem Serum verschwand. Studien zeigen, dass bei diesen Patienten die Wahrscheinlichkeit, mit einer IF/Ribavirintherapie eine sustained-response zu erzielen, nur bei etwa zehn Prozent liegt; diese Therapie ist hier fragwürdig; solche Patienten sollten nur von Spezialisten behandelt werden.

Ist bei einem Patienten nach sechsmonatiger Therapie mit IF-a/Ribavirin immer noch HCV-RNA im Serum nachweisbar, sollte die Therapie abgebrochen werden, da keine sustained response zu erwarten ist. Die optimale therapeutische Vorgangsweise bei diesen Patienten ist derzeit noch völlig unklar. Eine Option wäre die Kombination von IF und Ribavirin mit einer weiteren antiviralen Substanz, beispielsweise Amantadin ("Tripletherapie", bisher aber nur bei wenigen Patienten dauerhafte Viruselimination) oder alternativ eine längerfristige Gabe von Interferon (Verlangsamung der Progression der Erkrankung).

Patienten, die auf eine Kombinationstherapie mit IF/Ribavirin nicht angesprochen haben, sollten jedenfalls in spezialisierten Zentren behandelt werden.

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