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Innere Medizin 30. Juni 2005

Nach HCV-Kontakt: Frühtherapie chancenreich

Baltimore. Kommt man mit Blut eines Hepatitis-C-Patienten, etwa bei einer Nadelstichverletzung, in Berührung, dann besteht ein hohes Infektionsrisiko. Wird im frühen Stadium der Infektion behandelt, dann bestehen jedoch gute Chancen, das Virus wieder loszuwerden. Bei Hepatitis-C-Infizierten werden mit Interferon alpha in Kombination mit Ribavirin bisher Eliminationsraten von 50 Prozent erreicht. Da eine akute Infektion meist unauffällig verläuft - nur jeder fünfte bekommt einen Ikterus oder andere typische Hepatitis-Symptome - wird die Erkrankung bei vielen jedoch meistens erst nach Jahren erkannt.

Dass es lohnt, bei akuten Infektionen möglichst schnell zu behandeln, belegen Ergebnisse einer deutschen Studie. Dabei sind 44 akut infizierte Patienten (meist nach Stichverletzungen) 54 bis 89 Tage nach Infektion über 24 Wochen mit Interferon alpha 2b behandelt worden. Bei 43 (98 Prozent) konnte das Virus eliminiert werden (NEJM 345, 2001, 1452). Kommt Blut eines Infizierten auf verletzte Haut, Schleimhäute oder wird die Hautbarriere durch einen Stich überwunden, dann sollte eine Infektion in den nächsten Tagen und Monaten unbedingt abgeklärt werden, fordern daher Dr. David L. Thomas und seine Kollegen von der Johns-Hopkins-School of Medicine in Baltimore im US-Staat Maryland (JAMA 287, 2002, 2406). Dazu raten Ärzte, binnen einiger Tage nach der Exposition HCV-Antikörper oder HCV-RNA sowie die Alanin-Aminotransferase (ALT) zu bestimmen. Die ALT sollte dann alle vier Wochen überprüft werden und nach drei Monaten die HCV-RNA. Ergeben sich Hinweise auf eine Infektion, kann eine Therapie erwogen werden. Eine optimierte Therapie bei akuter Hepatitis C wird derzeit in Deutschland in einer Studie geprüft.

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