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Innere Medizin 30. Juni 2005

Jugendliche vor Hepatitis A und B schützen

Um Jugendliche vor Infektionen mit Hepatitis-Erkrankungen zu schützen, startet das Gesundheitsministerium eine österreichweite Impfaktion, die gemeinsam mit der Österreichischen Apothekerkammer, der Österreichischen Ärztekammer, dem Obersten Sanitätsrat und dem Österreichischen Impf-Komitee seit 1. Oktober 2003 in allen AHS, BHS, BMS und Berufsschulen durchgeführt wird.

"Das Risikobewusstsein der Bevölkerung ist gerade in Bezug auf Hepatitis A und B noch nicht stark genug ausgeprägt. In Österreich dürften rund 42.000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sein. Von diesen werden voraussichtlich 800 an Leberzirrhose und 400 an Leberkarzinom erkranken. Es ist daher äußerst wichtig, Aufklärung zu betreiben und bei der Hepatitis bestehende Impflücken zu schließen", mahnt Dr. Jörg Pruckner, Obmann der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte der österreichischen Ärztekammer.
Die WHO empfiehlt die generelle Impfung gegen Hepatitis B, um die Erkrankung weltweit auszurotten. Seit 1998 sieht der österreichische Impfplan eine Hepatitis B-Impfung vor. In Österreich sind alle allgemein empfohlenen Impfungen, unter anderem gegen die Hepatitis B, von der Geburt bis zum Ende der Schulpflicht kostenfrei erhältlich.
Jenen Jugendlichen, die noch keine kostenlose Impfung bekommen haben, soll nun mit der Schul-Aktion seit 1. Oktober 2003 die Möglichkeit gegeben werden, eine Hepatitis A- oder Hepatitis A+B-Impfung zu einem reduzierten Tarif beziehen zu können.
Pruckner: "Was Hepatitis A betrifft, werden in Österreich immer wieder Kleinepidemien in Kindergärten und Schulen beobachtet, die mit der Impfung leicht vermeidbar wären. Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen. Wichtig ist dabei eine hohe Durchimpfungsrate, um zu verhindern, dass einzelne Erkrankungsfälle nicht zu einer Endemie oder gar Epidemie führen können. Besonders sensibel sind dabei Kindergärten und Schulen, weil große Menschengruppen die Verbreitung von Krankheiten fördern und Kinder natürlich besonderen Schutz brauchen. Neben der eigentlichen Impfung zählen aber auch die Aufklärung über die zu verhütenden Krankheiten, die Erhebung des Impfstatus, die Feststellung der Impftauglichkeit und die Dokumentation der Impfung zur ärztlichen Impfleistung."
Der Impfausschuss des Obersten Sanitätsrats begrüßt die Hepatitis Aufklärungs- und Impfinitiative an Österreichs Höheren Schulen, da sie die Ausrottung dieser schweren und hoch ansteckenden Krankheiten unterstützt. "Eine flächendeckende Durchimpfung der gesamten Bevölkerung ist dafür die Grundvoraussetzung. Die Impfung ist der einzig sichere Schutz vor Hepatitis A und B. Es sollten all jene von der Impfaktion Gebrauch machen, die noch nicht in den Genuss der Gratisimpfung durch den Österreichischen Impfplan gekommen sind. Da die Impfung an kein bestimmtes Lebensalter gebunden ist, kann sie jederzeit nachgeholt werden", erklärt Prof. Dr. Ingomar Mutz, Landeskrankenhaus Leoben, Vorsitzender des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrats.
Mag. Pharm. Dr. Phil. Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer: "Der Reigen erfolgreicher Impfkampagnen der letzten Jahre wird nun durch die Hepatitis-Impfaktion für Schüler an Österreichs Höheren Schulen fortgesetzt."
Bei Hepatitis gilt generell: Umso jünger die oder der Geimpfte ist, desto besser spricht die Impfung an. "Impfungen haben sich als eine der sichersten und effektivsten medizinischen Vorsorgemaßnahmen erwiesen. Rechtzeitiges, frühes Impfen gegen Hepatitis A und B, am besten in Kombination, ist also absolut anzuraten", so Maria Rauch-Kallat, Bundesministerin für Gesundheit und Frauen.

Gutscheine für ermäßigten Impfstoff

Alle Jugendlichen Österreichs erhalten ab der neunten Schulstufe zwischen 1. Oktober und 31. Dezember 2003 Gutscheine in ihren Schulen, mit denen sie einen Hepatitis-A- oder A+B-Impfstoff in den öffentlichen Apotheken zu einem reduzierten Preis beziehen können.
Rauch-Kallat: "Außerdem werden Hepatitis-Informationsbroschüren und Poster an die Direktionen der AHS, BHS, BMS und Berufsschulen ausgegeben. Diese sollen die Jugendlichen auf die Risiken der Hepatitis aufmerksam machen. Auch die Schulärzte erhalten Informationsmaterialien. Die Österreichische Ärztekammer empfiehlt allen niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Kinderärzten, das Impfhonorar während des Aktionszeitraumes auf zehn Euro zu reduzieren."

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