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Innere Medizin 30. Juni 2005

Lösung von Hallux-Beschwerden

In seinem Referat an der jährlichen Weiterbildungstagung der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie und Medizin des Fußes zeigte Dr. P. Rippstein aktuelle Behandlungstechniken für Hallux valgus. Die Behandlung dieser weit verbreiteten Fehlstellung der Großzehe wird zu Unrecht häufig als wenig erfolgsversprechend und schmerzhaft betrachtet.

Anspruchsvolle Chirurgie

Die Hallux-valgus-Korrektur gehört zwar zur anspruchsvollen Chirurgie, die viel Übung und Erfahrung verlangt. In der Schulthess Klinik zählt diese Behandlung aber zu den erfolgreichen Routineeingriffen. 

Der Hallux valgus ist die häufigste und bedeutsamste Zehenfehlstellung des Menschen, vor allem als Folge jahrelangen Tragens von engen, hochhackigen und geschlossenen Schuhen. Von der Erkrankung sind überwiegend Frauen betroffen. Hallux valgus ist zudem eine typische Erkrankung der westlichen Zivilisation: In Ländern und Kulturkreisen, in denen Frauen keine Schuhe oder offene Schuhe (beispielsweise Sandalen) tragen, kommt es selten zur Ausbildung eines Hallux valgus. Weitere aber seltenere Ursachen des Hallux valgus können konstitutionelle Bindegewebsschwäche und Polyarthritis oder erbliche Faktoren sein. 

Alternative Behandlungsmethoden

Barfußlaufen, Zehengymnastik und gute, gesunde Schuhe sind vorbeugende Maßnahmen. Da Hallux valgus keine lebensgefährliche Krankheit ist, wird bei wenig oder gar nicht störenden Symptomen keine Operation empfohlen. Kommt es aber zu regelmäßigen Beschwerden und besteht ein Wunsch nach einer Korrektur, dann ist die Operation sicherlich eine gute und gerechtfertigte Lösung.

Operation mit guter Aussicht 

Moderne Operationstechnik erlaubt das Durchführen der komplikationsarmen Korrektur in lokaler Fußbetäubung und in der Regel weniger als einer Stunde. Ziel der Operation ist die möglichst exakte Wiederherstellung der Fußanatomie, wie sie vor der Hallux-valgus-Deformation ausgesehen hat.

Der schräg stehende Mittelfußknochen, der nach außen drückt, muss also wieder aufgerichtet und in der korrekten Stellung stabilisiert werden. Die Großzehe steht dann wieder gerade auf dem Mittelfußknochen und entfaltet ihre volle Stützfunktion, was die Überbelastungsschmerzen an der Fußsohle zum Verschwinden bringt. 

Diese Korrektur erfolgt durch einen Knochenschnitt (Scarf Osteotomie), der mit zwei bis drei kleinen Schrauben in der korrekten Stellung bis zur Heilung (sechs bis acht Wochen) stabilisiert wird. Die Scarf Osteotomie ist die heute vorherrschende Methode.

Laufen ohne Gips sofort nach der Operation 

Kein Gips, keine Krücken - in der Schulthess Klinik ist durch die schonende Operationstechnik die Vollbelastung des operierten Fußes ohne Krücken bereits unmittelbar nach der Operation möglich. Dank einem Spezialschuh sind die Patienten in der Rehabilitationsphase nicht durch einen Gips und Krücken belastet. Nach einer bis drei Übernachtung(en) in der Klinik erfolgt schon der Austritt nach Hause. Nach ca. vier Wochen ist der Mittelfußknochen schon wieder so stabil, dass mit "normalen" Schuhen gegangen werden kann. 

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