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Innere Medizin 1. Juli 2013

Gründe für das hohe KHK-Risiko von Gicht-Patienten

Fast jeder vierte Patient betroffen.

Gicht-Patienten haben ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko – fast jeder Vierte, wie eine russische Studie zeigt.

Grund für die hohe Zahl kardiovaskulärer Komplikationen waren v. a. KHK-Risikofaktoren, berichtete Dr. Maxim Eliseev vom Forschungsinstitut für Rheumatologie in Moskau beim EULAR. Weder eine chronische Gichtarthritis noch subkutane Tophi oder die Höhe der Harnsäurewerte im Serum beeinflusste das KHK-Risiko. Allerdings wurde bei Patienten mit den höchsten Harnsäurewerten (›9,2mg/dl) im Vergleich zu jenen mit den niedrigsten Werten ein rund 3-fach erhöhtes Risiko für tödliche KHK-Ereignisse festgestellt. Die Einnahme von Allopurinol hatte auf das KHK-Risiko keinen Einfluss.

An der Untersuchung nahmen 250 Männer mit dokumentierter Gicht teil, jeder war aufgrund seiner Erkrankung bereits mindestens einmal in der Klinik behandelt worden. Die durchschnittliche Beobachtungszeit betrug 7 Jahre. In dieser Zeit nahm der Anteil der Patienten mit kardiovaskulären oder metabolischen Begleiterkrankungen deutlich zu. Der Anteil der Hypertoniker stieg von 86 auf 92%, die Häufigkeit von Übergewicht von 51 auf 72%, der Anteil von Diabetikern von 18 auf 45% und die Häufigkeit einer ischämischen Herzerkrankung von 36 auf 54%. Keine Veränderungen gab es bei der Häufigkeit subkutaner Tophi und chronischen Arthritiden. Rund die Hälfte der Teilnehmer setzte die Allopurinol-Therapie bis Studienende fort. Bei 17 Prozent wurde eine Normalisierung der Harnsäurespiegel (‹6mg/dl) erreicht.

23% der Patienten erlitten eine kardiovaskuläre Komplikation, 8,8% davon ein tödliches Ereignis. Den höchsten prädiktiven Wert hatte dabei eine arterielle Hypertonie – das Risiko war fast 9-fach erhöht. Danach folgten erhöhte Spiegel von C-reaktivem Protein (hs-CRP › 5 mg/l) mit einer Risikoerhöhung (OR) um das knapp 6-fache, eine chronische Nierenerkrankung (OR 4,8), regelmäßiger Alkoholkonsum (4,2), koronare Erkrankung (3,7) sowie positive Familienanamnese (3,1). Das Risiko für ein tödliches KHK-Ereignis war am höchsten bei Patienten mit hohen hs-CRP-Spiegeln (14-fach), bei nierenkranken Patienten (8-fach) und jenen mit positiver Familienanamnese (7,5-fach).

Quelle: EULAR-Kongress 2013, 12. bis 15. Juni 2013, Madrid

springermedizin.de, Ärzte Woche 27/2013

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