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Innere Medizin 30. Juni 2005

Influenza: Epidemie befürchtet

"Um auf die weit unterschätzte Gefahr durch Influenza aufmerksam zu machen, haben wir heuer ein besonders auffälliges Motiv für die Broschüren und Plakate gewählt: Das Killervirus. Diesen Namen trägt das Influenza-Virus nicht zu Unrecht, denn bereitbei einer durchschnittlich heftigen Influenza-Welle sterben mehr Menschen innerhalb weniger Wochen an den Folgen der Influenza als das ganze Jahr über im Straßenverkehr," erläutert die Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer Dr. Christiane Körner die Influenza-Impfaktion 2002.

Allerdings sollten nicht nur die Verhinderung der Grippe-Todesfälle Argument für die Impfung sein, sondern auch die Tatsache, dass man sich ein bis zwei Wochen schwere Krankheit erspart. "Als Ziel haben wir uns gesteckt, gegenüber dem vergangenen Jahr ein deutliches Plus an Impfungen zu erreichen. Im Unterschied zu den Jahren davor, in denen sich von Jahr zu Jahr mehr Menschen impfen ließen, stagnierte die Zahl der geimpften Personen im heurigen Jahr. Dennoch schützten sich knapp eine Million Österreicherinnen und Österreicher vor der Influenza. Aus Meinungsumfragen wissen wir, dass die Gefahr durch Influenza unterschätzt wird. Dazu kommt, dass im Jahr 2001 keine Influenza-Welle war. Das wiegte viele Menschen in trügerischer Sicherheit. Doch die nächste Influenza-Epidemie kommt bestimmt", gibt Körner zu bedenken.

Die Influenza-Saison 2001/2002 ist in Österreich, wie auch auf der gesamten nördlichen Erdkugel, im Vergleich mit den letzten Jahren ungewöhnlich mild verlaufen. Durch das Diagnostische Netzwerk des Instituts für Virologie der Universität Wien wurde zwar eine große Anzahl von Influenza-Viren bei erkrankten Personen nachgewiesen, aber zu einer ausgewachsenen Epidemie ist es nirgends gekommen.

"Gemäß den langjährigen Erfahrungen schlägt die Influenza nach einer milden Influenza im folgenden Winter besonders heftig zu", warnt der Virologe und wissenschaftliche Leiter der Influenza-Impfaktion Prof. Dr. Christian Kunz. Studien haben gezeigt, dass Kinder ganz besonders unter Influenza und deren Folgeerkrankungen leiden. Kinder zwischen dem 5. und 9. Lebensjahr haben die höchste Influenza-Infektionsrate. Außerdem tragen sie im Kindergarten- und Schulalter wesentlich zur Verbreitung der Influenza-Viren in der Bevölkerung bei. Die Influenza richtet auch bei arbeitenden Menschen einen großen individuellen und wirtschaftlichen Schaden an. "Abgesehen von den direkten Kosten der Krankheit und ihrer Behandlung entsteht der österreichischen Wirtschaft durch die Influenza ein durch Krankenstände verursachter Schaden von bis zu 300 Millionen Euro im Jahr", rechnete der Obmann der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Jörg Pruckner, vor. "Das zeigt die große gesundheitspolitische Bedeutung der Impfstrategie gegen Influenza." 

"Besonders wichtig ist die Impfung auch für Personen, die als Überträger der Influenza auf Risikopersonen in Frage kommen: Ärzte, Schwestern und anderes Personal im Spitalsbereich, Personal von Pflegeheimen, mobile Krankenschwestern", erinnert Prof. Dr. Ursula Kunze vom Institut für Sozialmedizin der Universität Wien. Die Influenza-Impfaktion dauert vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2002. Heuer sind fünf Impfstoffe für Kinder und Erwachsene (Begrivac®, Vaxigrip®, FluVaccinol®, Sandovac®, Inflexal V) und zwei Impfstoffe speziell für Personen ab 65 Jahren (Fluad®, Influvac®) in Österreich erhältlich. 

Empfehlung für Kinder 

Für Erwachsene genügt eine Impfung, um für mindestens 6 Monate geschützt zu sein. Kinder bis zum 8. Lebensjahr, die bisher noch nicht gegen Influenza geimpft wurden und noch keine Influenza hatten, werden wie folgt geimpft:
Kinder ab dem 6. Monat bis zum vollendeten 36. Monat erhalten eine Impfung mit der halben Menge Impfstoff für Erwachsene. 
Kinder ab dem 36. Lebensmonat 
dieselbe Menge wie ein Erwachsener. Nach vier Wochen wird eine zweite Impfung mit den gleichen Mengen empfohlen.
Kinder, die bereits einmal gegen Influenza geimpft wurden oder bereits Influenza hatten, brauchen bis zum 36. Lebensmonat nur einmal mit der halben Erwachsenenmenge, ab dem 36. Monat mit der Erwachsenenmenge geimpft zu werden.

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