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Innere Medizin 30. Juni 2005

Die nächste Grippe kommt bestimmt

Rund einer von zehn Erwachsenen erkrankt pro Jahr an Influenza. In Nordamerika, Europa und Japan sind somit pro Jahr 100 Millionen Menschen von Influenza betroffen. Die Influenza führt jährlich zu einer 30 bis 50%igen Zunahme der Arztbesuche in der Primärversorgung.

Gefahr durch Alter und bestehende Erkrankungen

Während Epidemien können die stationären Einweisungen um 100 bis 170 Prozent zunehmen. Insbesondere bei Patienten mit bereits bestehenden Gesundheitsproblemen (z.B. Herzerkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen oder Diabetes) und bei älteren Patienten kann die Erkrankung zum Tod führen. Durch Tröpfcheninfektion übertragen, dringt das Influenzavirus über Nase, Mund oder Augen in den Körper ein und befällt die gesamten Atemwege. Auch in anderen Körperregionen ist das Virus nachweisbar. Es vermehrt sich innerhalb von vier bis sechs Stunden nach der Infektion. 

Innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem ersten Viruskontakt entwickeln sich folgende Symptome:

  • Glieder- und Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost/Fiebergefühl/ 
  • Fieber
  • akute Atemwegssymptome, wie trockener Husten
  • Schwächegefühl und Müdigkeit

In der Regel dauert die Erkrankung ein bis zwei Wochen. Die Patienten sind durchschnittlich fünf bis sechs Tage ans Bett gebunden. Bettruhe ist unbedingt zu empfehlen, um Komplikationen wie Bronchitis, Sinusitis, Otitis media Pneumonie, Myokarditis und Enzephalitis zu verhindern.

1980 wurde die "Achillesferse" des Influenzavirus entdeckt - die Neuraminidase. Dies führte zur Entwicklung der Neuraminidasehemmer. 1999 wurde Zanamivir, ein inhalativ zu verabreichender Neuraminidasehemmer, weltweit eingeführt.
Die Behandlung mit Neuraminidasehemmern sollte frühzeitig, nach Auftreten der ersten Symptome erfolgen, um die Virusvermehrung und somit ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. 
Jüngste Forschungen haben zur Entwicklung eines oral zu verabreichenden Neuraminidasehemmers, Oseltamivir geführt. Das Präparat ist bereits in zahlreichen Ländern (USA, Kanada, Japan, Schweiz und lateinamerikanische Länder) für die Behandlung der Influenza zugelassen. Mit einer Zulassung für Europa rechnet das Pharmaunternehmen Hofmann-La Roche AG im Frühjahr 2002.

www.influenza.at

Das Diagnostische Influenza Netzwerk Österreich (DINÖ), www.influenza.at., startet ab sofort mit seinem kostenlosen Influenza Informations- und Frühwarnsystem für Österreichs Ärzte und Apotheker. Dieses Service wird vom Institut für Virologie der Universität Wien mit der Unterstützung der Firma Roche Austria angeboten.
"Sensitive Testsysteme ermöglichen uns die rasche Erfassung aktuell zirkulierender Influenzaviren sowie die zeitliche Eingrenzung der Virusaktivität", betonen die Projektleiter Prof. Dr. Franz Xaver Heinz und Prof. Dr. Therese Popow-Kraupp vom Institut für Virologie. Das österreichische Gesundheitssystem kann so bestens auf eine anstehende Influenzaepidemie reagieren und Patienten optimal versorgen.

Österreichweit eingesetzte Testärzte senden während der ganzen Influenzasaison Nasen- und Rachenabstriche von Patienten mit akuten Influenzasymptomen ein. Die Daten werden im Institut für Virologie analysiert und in das Diagnostische Influenza Netzwerk eingespeist. "Die einzig richtige Strategie, auf eine kommende Influenzawelle bestens vorbereitet zu sein, ist das frühzeitige Erfassen der Virusveränderung. Diese Form der Überwachung ist uns mit der Etablierung des Diagnostischen Influenza Netzwerkes gelungen", unterstreicht Heinz die Bedeutung des Influenza-Frühwarnsystems.
Der genaue Beginn, das Ausmaß sowie das Ende der Influenzavirusaktivität können damit vorhergesagt werden. Diese Daten sind wichtig, um rasch eine Aussage über die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe zu treffen und für eine effiziente Pandemieplanung zu sorgen.

Dr. Myriam Hanna-Klinger, Ärzte Woche 2/2002

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