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Innere Medizin 30. Juni 2005

Grippe-Impfung bringt jedem etwas

Während früher die Vakzinierung vor allem für ältere und immungeschwächte Personen empfohlen wurde, erkennen die Experten zunehmend auch den Benefit der maternalen Immunisierung und der Impfung von Kindern.

Die Impfung mit inaktivierter Influenza-Vakzine bringt in jedem Lebensalter große Vorteile für die Gesundheit, häufig verbunden mit ökonomischen Benefits. Dies wird von Experten seit vielen Jahren vor jeder Influenza-Saison betont.
Inaktivierte Influenza-Vakzine wird in den USA routinemäßig für Hochrisiko-Personen empfohlen, darunter auch schwangere Frauen im zweiten oder dritten Trimenon. Die Grundlage für diese Empfehlung ist das hohe Erkrankungsrisiko durch Influenza-Viren bei Schwangeren ebenso wie die Erkrankungsfolgen für den Fetus und das Kind. Historische Daten von den Influenza-Pandemien in den Jahren 1918 und 1957 unterstreichen das Risikopotenzial dieser Infektion bei graviden Frauen und ihren ungeborenen Kindern. Damals wurde unter anderem eine Zunahme von spontanen Aborten, Stillgeburten und neonatalen Todesfällen registriert. Die Infektion mit Influenza-Viren ist bei neugeborenen und sehr jungen Kindern ebenfalls mit einer Zunahme der Morbidität assoziiert.

Schutz auch für Ungeborene

In prospektiven Studien wurde nachgewiesen, dass die Babys von während der Gravidität geimpften Müttern höhere Influenza-Antikörper-Spiegel im Nabelblut hatten. Weiters zeigten jene Babys ein verzögertes Angehen und eine Verminderung des Schweregrades einer Influenza-Infektion. Fazit: Von einer Influenza-Impfung während der Schwangerschaft können Mutter und Kind profitieren.
Der positive Impfeffekt bei Kindern mit häufig wiederkehrenden Infektionen des Respirationstraktes (recurrent respiratory tract infections, RRTIs) wurde in einer randomisierten Studie mit 127 Kinder bestätigt. Mit intranasaler, virosomaler Influenzavakzine geimpfte Kinder erlitten weniger Atemwegsinfektionen und fieberhafte respiratorische Erkrankungen. Sie erhielten daher auch weniger Antibiotika und Antipyretika verschrieben und versäumten weniger Schultage.

Weniger Krankenstand

Ähnliche Benefits samt einer Reduktion von Krankenstandstagen wurden auch bei im selben Haushalt lebenden Erwachsenen beobachtet. Diese Studie bestätigt die Vorteile einer Ausweitung der Influenza-Impfaktion auf Kinder mit RRTIs und ihre Familienmitglieder.
Influenza ist weltweit eine Hauptursache für Morbidität und Mortalität. Die zur Verfügung stehenden Vakzinen gelten als sicher und effektiv in der Influenza-Prävention. Positive Auswirkungen werden in allen Altersstufen und allen Risikogruppen gesehen. Studien über den ökonomischen Nutzen belegen, dass die Influenza-Impfung äußerst kosteneffektiv ist und in vielen Fällen sogar Kosten spart, und zwar sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Erwachsenen und Kindern.
Bei älteren Menschen ist die Influenza-Impfung verbunden mit einem verringerten Hospitalisierungsrisiko wegen Herzerkrankungen, cerebrovaskuärer Erkrankung, Pneumonie oder Influenza selbst. Ebenso ist das Mortalitätsrisiko aufgrund aller Ursachen während der Influenza-Saison verringert.

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