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Innere Medizin 30. Juni 2005

Vom Kind bis zur Oma: die Influenza-Impfung ist für alle da

Die WHO-Empfehlung, jeden Arztkontakt zur Überprüfung des Impfschutzes zu nutzen, hat zu Beginn der kalten Jahreszeit besondere Aktualität: Die Influenza- und Pneumokokken- Impfaktionen zwischen 1. Oktober und 31. Dezember laufen wieder an.

Nicht-Impfen kann ein Kunstfehler sein

"Die Grippe wird immer nicht nur von Laien, sondern auch von Ärzten immer noch unterschätzt", meint Prof. DDr. Egon Marth vom Institut für Hygiene der Karl-Franzens-Universität Graz. "Es sterben immer noch mehr Menschen an den Folgen einer Influenza als an AIDS. Und gegen Influenza kann man sich erfolgreich durch eine Impfung schützen!"

"Alle sollten geimpft werden: vom Kind bis zur Oma", sagt Sozialmediziner Prof. Dr. Michael Kunze. Und "als Kunstfehler" (Kunze) könne man es bezeichnen, wenn ein Arzt nicht daran denkt, zum Beispiel seine COPD-Patienten zu impfen. Zu wenig Augenmerk würden Ärzte auch auf ihren eigenen Impfschutz legen: Sie selbst und ihre Ordinationsangestellten sollten geimpft sein, um Patienten nicht anzustecken. Kunze: "Es darf nicht sein, dass Ärzte sagen: ?ir selbst bringt die Impfung nichts, deshalb lasse ich mich nicht impfen!?"

Sechs Impfstoffe stehen laut Dr. Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, zur Verfügung: Begrivac®, Fluad®, Inflexal S®, Influvac®, Sandovac® und Vaxigrip®. Begrivac®und Vaxigrip® sind thiomersalfrei, Fluad nur für Personen ab dem 65. Lebensjahr zugelassen. "Bei Fluad® handelt es sich um eine spezielle galenische Zubereitung, die speziell das Immunsystem der älteren Menschen besser anregt", so Körner. Impfschutz besteht nach spätestens zwei Wochen und hält mindestens sechs Monate an.

Pneumokokken sind die Ursache von 30 bis 50 Prozent der Pneumonien beim älteren Menschen. Die meisten Todesfälle infolge einer Pneumokokken-Infektion entfallen auf über 60- Jährige, die im Vergleich zu anderen Altersgruppen eine vierfach höhere Todesrate haben.

Der Bekanntheitsgrad der Pneumokokken-Impfung ist laut einer Umfrage des Fessel-Gfk Instituts eher gering: Nur 30 Prozent der Bevölkerung wissen, dass es diese Impfung gibt.

Der Impfstoff (Pneumo 23®) enthält gereinigte Polysaccaride aus den Bakterienkapseln der 23 wichtigsten Typen von Streptococcus pneumoniae, die auch für über 90 Prozent Pneumokokkeninfektionen verantwortlich sind. Der Impfstoff hat eine Wirksamkeit zwischen 60 und 90 Prozent über mindestens fünf Jahre. Die Impfung wird sehr gut vertragen, und relevante Nebenwirkungen traten in vergleichenden Studien nicht auf. Zielgruppen für die Pneumokokken-Impfung sind alle Personen ab 60 Jahren und solche mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten, Diabetes mellitus und Leberzirrhose, alle immungeschwächten Patienten und vor allem Raucher.

Beide Impfungen gleichzeitig möglich

Auch Kinder ab zwei Jahren, die ein erhöhtes Risiko haben, kommen für die Impfung in Frage. Dazu zählen Kinder mit Asplenie, Sichelzellanämie, nephrotischem Syndrom Liqorrhoe und unter immunsuppressiver Therapie.

Influenza- und Penumokokken-Impfung können gleichzeitig gegeben werden: ein Stich in den rechten, einer in den linken Oberarm! Ein banaler Infekt ist kein Grund, nicht zu impfen. Laut WHO sollte die Impfung erst bei Fieber über 38,5 Grad aufgeschoben werden.

Quellen: INFO-SERVICE GmbH, Pressekonferenz der ARGE INFLUENZA am 3.10. 2001 in Wien

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