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Innere Medizin 30. Juni 2005

Grippeimpfung - wozu?

"Letztes Jahr habe ich gleich nach der Impfung Grippe bekommen!" oder "Ich bin nie erkältet, wozu soll ich mich dann impfen lassen?" - Diese oder so ähnliche Argumente haben Sie sicher schon unzählige Male gehört. Wir haben einige Antworten parat, mit denen Sie Skeptikern entgegnen können. 

Argument: Nach der Impfung im vergangenen Jahr habe ich erst recht Grippe bekommen! 

Antwort: Die auf dem Markt befindlichen Impfstoffe können unter keinen Umständen Grippe verursachen, da sie kein genetisches Material enthalten, welches das Virus zu seiner Replikation braucht. Natürlich kann aber unmittelbar nach der Influenza-Impfung ein grippaler Infekt auftreten. Hier handelt es sich aber um ein zufälliges Zusammentreffen und keinen kausalen Zusammenhang. 

Argument: Ich bin nie verkühlt, wozu soll ich mich impfen lassen?

Antwort: Immer noch werden die Krankheitsbilder "Influenza" und "grippaler Infekt" von vielen Menschen verwechselt.

Argument: Die Impfung hat so viele Nebenwirkungen.

Antwort: Älteren Menschen sind die früheren virusinaktivierten Impfstoffe in Erinnerung, bei denen Nebenwirkungen wie Myalgien und Fieber viel häufiger waren. Die heute verfügbaren Impfstoffe bestehen aus hochgereinigten, abgetöteten Spaltprodukten (Spalt- oder Split-Impfstoff) oder Oberflächenantigenen (Subunit-Impfstoff) der Influenza Viren. Auch bei diesen Impfstoffen kann es zu Reaktionen wie Rötung oder Schwellung an der Impfstelle kommen. Erhöhte Temperatur ist ebenfalls möglich, sie tritt im Allgemeinen einige Stunden nach der Impfung auf und dauert höchstens 24 bis 48 Stunden. Generell sind Subunit- und Spaltimpfstoffe aber gut verträglich. 

Argument: Die Impfung nützt ja doch nichts.

Antwort: Die Schutzrate der Impfung hängt vom Alter und der Immunkompetenz der Geimpften sowie von der Epidemienähe der im Impfstoff enthaltenen Virusstämme ab. Bei Personen unter 65 Jahren und wenn Impfstoffzusammensetzung und die zirkulierenden Viren nah verwandt sind, kann man mit einem schützenden Effekt zwischen 70 und 90 Prozent rechnen.
Bei älteren Menschen kann die Schutzwirkung niedriger sein. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass sich bei den nicht vollständig vor Erkrankung geschützten Personen die Infektion in der Regel auf die oberen Luftwege beschränkt. Hinsichtlich der Verhinderung von Komplikationen wie Pneumonien und Todesfällen ist somit die Impfung gerade bei älteren Menschen äußerst wirksam. Etwa alle zehn Jahre stimmen Impfstoff und zirkulierende Viren nicht hundertprozentig überein, dann beträgt die Schutzrate der Impfung nur mehr etwa 70 Prozent. 

Argument: Ich fühle mich gesund und brauche die Impfung nicht.

Antwort: Gesunden älteren Menschen mag es wenig sinnvoll erscheinen, sich impfen zu lassen. Vielen ist nicht bewusst, dass auch das Immunsystem altert und sie anfälliger für Infektionen sind. Besondere Risikofaktoren im höheren Lebensalter - kardial, pulmonal, renal, metabolisch - erhöhen zusätzlich Erkrankungsrisiko und Komplikationsrate.

Quellen: pulse; www.influenza.at

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