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Innere Medizin 25. Juni 2013

Zusatznutzen bei Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie erhöht die körpereigene Stammzellenproduktion und senkt die Behandlungskosten, so Experten anlässlich der Internationalen Stoßwellenkonferenz der ISMST in Salzburg.

Forschungsergebnisse liefern Beweise, dass der Körper durch die Stoßwellentherapie vermehrt eigene Stammzellen produziert und diese zur Selbstheilung einsetzt. "Damit können Heilungserfolge erzielt werden, wo es oft schon aussichtslos erschien oder komplizierte Operationen notwendig waren", erklärt Rainer Mittermayr, Leiter des Departments Wundheilung am Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische Traumatologie.

 

Die Stoßwellentherapie zeigt beeindruckende Erfolge in der Knochen- und Wundheilung. Schwerwiegende unfallchirurgische Fälle können mit dieser Methode nicht-invasiv therapiert werden. Schlecht heilende Wunden wie der diabetische Fuß, der Anlass für rund zwei Drittel aller Amputationen ist, können in kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Auch in der Arthrose-Behandlung, bei Cellulite und in anderen Gebieten wird die Stoßwellentherapie erfolgreich eingesetzt.

Aber damit nicht genug: Stoßwellen mobilisieren Stammzellen darüber hinaus auch, an den Ort zu wandern, wo sie zur Heilung gebraucht werden und sich in die richtige Art von Zellen umzuwandeln. "Was wir in der Anwendung von Stoßwellen bei tausenden Patienten in Österreich beobachtet haben, konnte jetzt durch umfassende wissenschaftliche Studien belegt werden", so Mittermayr. Ein vermehrtes Einwachsen von neugebildeten Blutgefäßen ist die Folge, Neubildung von Gewebe und damit die Heilung - neue Durchblutung des Herzmuskels, Knochenneubildung, Bildung von neuer Haut auf Wunden - setzen ein. "Ich gehe davon aus, dass die Stoßwelle in den nächsten fünf bis zehn Jahren die herkömmliche Stammzellenforschung ablösen wird", ist sich Mittermayr sicher.

Stoßwelle ebenso wirksam wie eine Operation, nur billiger und schmerzloser

Neu veröffentlichte Studien belegen dass die Stoßwelle bei nicht heilenden Knochenbrüchen der operativen Versorgung ebenbürtig ist. Eindeutig besser schneidet diese Therapie im Vergleich zu Operationen in der Rehabilitation ab: "Patienten, die mit der Stoßwelle behandelt wurden, weisen signifikant weniger und weniger schwerwiegende Komplikationen auf", betont Markus Gleitz Facharzt für Orthopädie und Generalsekretär der International Society for Medical Shockwave Treatment (ISMST) "Die betroffenen Patienten erholen sich schneller und sind rascher rehabilitiert. Das bedeutet, die Menschen ersparen sich nicht nur Schmerzen, sondern sind auch schneller wieder auf den Beinen und zurück im Arbeitsleben."

Sparpotential von über 66 Mio. Euro - öffentliche Anerkennung offen

Das wirkt sich natürlich auch auf die Kosten aus: Die Stoßwellentherapie kostet den Bruchteil einer Operation. "In Österreich gibt es ein Sparpotential von über 66 Mio. Euro pro Jahr", rechnet Wolfgang Schaden, Leiter der Stoßwellenambulanz am AUVA-Unfallkrankenhaus Meidling und Pionier in der Stoßwellenforschung, vor: "das entspricht rund 64 Prozent der derzeitigen Behandlungskosten".

Nicht beinhaltet in diesen Berechnungen sind Einsparungen durch raschere Rehabilitation und kürzere Arbeitsunfähigkeit. "Derzeit wird die Stoßwellentherapie von den Krankenkassen nicht finanziert. Die AUVA fördert nicht nur die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet (AUVA Forschungszentrum - LBI für experimentelle und klinische Traumatologie) sondern wendet die Stoßwellentherapie in ihren Unfallkrankenhäusern auch erfolgreich an. Es ist an der Zeit, den Menschen unnötige Schmerzen und unserem Gesundheitssystem Kosten zu ersparen", fordert der Experte Schaden. "Die Verantwortlichen im Gesundheitssystem müssen die vielen Beweise der Wirksamkeit der Therapie endlich anerkennen und die Stoßwellentherapie finanzieren, um sie möglichst allen Patienten, die davon profitieren können, zugänglich zu machen."

Die Internationale Stoßwellenkonferenz der "International Society for Medical Shockwave Treatment" findet von 27. bis 29. Juni in Salzburg statt.

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