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Innere Medizin 30. Juni 2005

Feuchte Nase kann Keime besser abwehren

Die Hyaluronsäure ist eine Ansammlung aus Zucker- und Proteinanteilen, kurz ein Glykoaminoglykan, das im Körper fast ubiquitär vorkommt. Durch die enorme Wasserbindungskapazität findet sie sich vor allem in den Schleimhäuten, so auch als bedeutender Bestandteil des Nasensekretes. Wesentliche Aufgabe der Nasenflüssigkeit ist es, eingeatmete Schmutzpartikel und pathogene Keime "einzufangen" und mithilfe der metachron rudernden Zilien Richtung Magen zu entsorgen.

Wird dieser physiologische Prozess durch zu trockene, staubige Luft, Medikamente, Nikotin und weitere Noxen gestört, so kommt es zu folgenschweren Irritationen der Nasenschleimhaut. Zunächst wird überproportional dünnflüssiges Sekret produziert - die Nase rinnt. In Folge dickt sich der Ausfluss ein, die Nase ist verstopft, und wir pfeifen im wahrsten Sinne des Wortes aus dem letzten Loch.

Großflächige (Flimmer)-Epithelnekrosen sind die Folge. Nicht nur dass die geschädigte Schleimhaut ihre normale Funktion nicht mehr aufrecht erhalten kann - für Bakterien und Viren gilt dies als willkommene Einladung. Noch Wochen danach hat sich das Epithel noch nicht gänzlich erholt. Um diesem Szenario vorzubeugen, haben Wissenschaftler ein Gel erdacht, welches in Italien bereits seit fünf Jahren verfügbar und seit August dieses Jahres auch in österreichischen Apotheken rezeptfrei erhältlich ist. Das Adjuvans Wet®Gel enthält in der Hauptsache Hydeal, einen Ester der Hyaluronsäure, welches durch die körpereigene Hyaluronidase nicht so schnell abgebaut werden kann und dadurch langlebiger ist. 

Auf die Haftung kommt es an

Eine Anwendung soll bis zu sechs Stunden vorhalten. Laut Medizinalrat Dr. Eugen Bontus, als langjähriger HNO-Facharzt ein Veteran im Kampf gegen Schnupfen und Heiserkeit, ein großer Vorteil im Vergleich zu wässrigen Nasensprays. Deren Wirkung hält nur kurz an, da sie postwendend weggespült werden. Hingegen sollten abschwellende Nasenöle nicht länger als eine Woche gereicht werden, da der Ölfilm den Sauerstoffaustausch blockiert und so die Epithelregeneration behindert.

"Das Gel hält nicht nur langfristiger, es lässt sich auch besser in der Nasenhöhle verteilen und haftet hervorragend auf der Schleimhaut. Die Anwendungsgebiete sind äußerst vielfältig. Egal ob es sich um vermehrte Borkenbildung, Trockenheitsgefühl, überstandene Infekte oder Polypen handelt, die Patienten berichten über eine lang anhaltende und wohltuende Wirkung ganz ohne unerwünschte Nebeneffekte, selbst bei häufigem und prophylaktischem Gebrauch. Zusätzlich werden das Immunsystem und die Leukozytenmigration positiv beeinflusst", zeigt sich Bontus von dem Adjuvans überzeugt. Ob sich das Gel auch im kühlen Österreich durchsetzt, werden die nächsten Monate zeigen - in der Jahreszeit der roten und rinnenden Nasen.

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