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Innere Medizin 30. Juni 2005

Hochnormale Leberwerte: Auf HCV testen

Selbst hochnormale Leberwerte sollten Anlass zu einem Screening auf eine Hepatitis-Infektion geben. Das legen aktuelle Untersuchungsergebnisse nahe.

„Bei welchen Leberwerten ein HCV-Test ratsam ist“, so OA Dr. Christoph Sarrazin von der Universitätsklinik Homburg/Saar, „dazu gibt es zur Zeit eine angeregte Diskussion.“ Denn die bislang geltenden Normalbereiche für Leberwerte – bei HCV sind vor allem die Transaminasen interessant – seien vor vielen Jahren festgelegt worden. Diese wurden aber durch Messungen bei einer als gesund angesehenen Gruppe ermittelt, als eine chronische Hepatitis C noch gar nicht bekannt war. „Es wird daher vermutet, dass in diesem vermeintlich gesunden Kollektiv auch Patienten mit chronischer Lebererkrankung waren. Somit wären die als normal festgelegten Bereiche für Leberwerte zu hoch“, erklärte Sarrazin.
Dazu passt auch die Beobachtung, dass man bei den meisten Patienten mit chronischer Hepatitis C und hochnormalen Leberwerten (zum Beispiel GPT 45 U/l, normal ist bis 50 U/l) unter der Therapie immer einen Abfall auf etwa 15 oder 20 U/l beobachtet. Bei aktuellen Untersuchungen mit neuen Normalkollektiven (mit sicherem Ausschluss aller heute bekannten Lebererkrankungen) hat man tatsächlich auch niedrigere Normalbereiche ermittelt. Ein Antikörpertest zum Screening auf Hepatitis C ist somit nicht nur ratsam bei Patienten mit bekanntem, auch länger zurückliegendem Drogenkonsum oder mit Transfusionen von Blutprodukten vor 1990 in der Anamnese. Sondern auch bei hochnormalen Leberwerten sollte getestet werden, so das Fazit von Sarrazin.

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