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Innere Medizin 30. Juni 2005

Bei NASH Gewicht reduzieren

Berlin. Die nicht-alkoholbedingte Steatohepatitis (NASH) wird heute als eigenständige Erkrankung mit einer ernsten Prognose angesehen, bei der eine Therapie erforderlich ist.

Vor allem bei übergewichtigen Patienten mit ungeklärten Transaminasenerhöhungen oder kryptogener Zirrhose sollte an eine NASH als Ursache gedacht werden. Mehr als drei Viertel aller Übergewichtigen entwickeln eine Fettleber, die bei etwa 30 Prozent in eine Steatohepatitis übergeht, so der Hepatologe Prof. Dr. Hans-Peter Buscher von den Berliner DRK-Kliniken Köpenick. Im Ultraschall und histologisch lasse sich die NASH nicht von der alkoholbedingten Form (ASH) unterscheiden. Typisch für die Stea-tohepatitis im Gegensatz zur reinen Fettleber sei die Transaminasenerhöhung, wobei bei NASH im Gegensatz zur ASH die Transaminase GPT höher sei als die GOT. NASH wird wahrscheinlich durch verschiedene Faktoren ausgelöst.
Als zugrundeliegende genetisch bedingte Ursachen nannte Buscher etwa eine besondere Empfindlichkeit der Mitochondrien auf Endotoxine sowie Veränderungen der Enzyme des Cytochrom-P-450-Systems. Auch Endotoxine aus dem Darm, vermehrte Eisenablagerung und die induzierbare Cyclooxygenase-2 würden zur NASH beitragen. Der klinische Verlauf sei im Einzelfall schwer vorhersagbar – ein Fortschreiten über eine Fibrosierung zur Zirrhose aber häufig, so Buscher. Therapeutisch stünden Gewichtsreduktion, Fettrestriktion, Diabeteskontrolle und Alkoholkarenz an erster Stelle. Auch Substanzen wie etwa Amiodaron, Tetracycline, Tamoxifen und Valproinsäure sollten nach Möglichkeit gemieden werden. Zur medikamentösen Behandlung der Patienten biete sich ein Versuch mit Ursodeoxycholsäure an. Unsicher in der Wirkung sei dagegen die Therapie mit Fibraten. Ein neuer Ansatz seien Antioxidantien, so Buscher. Bei Kindern mit NASH habe die Therapie mit 400-1200 Milligramm Vitamin E pro Tag einen günstigen Effekt gezeigt. Weitere Therapieansätze seien pflanzliche Antioxidantien oder COX-2-Hemmer.

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