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Innere Medizin 30. Juni 2005

Wer darf mit Leberzirrhose Auto fahren?

Bei Patienten mit Leberzirrhose, die keine klinisch manifeste hepatische Enzephalopathie haben, ist eine psychometrische Testung empfehlenswert.

Patienten mit Leberzirrhose und Symptomen einer hepatischen Enzephalopathie (HE) gelten als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen. Doch wie steht es um die Fahrtauglichkeit von Patienten, die eine nur in psychomotorischen Tests erkennbare minimale HE (MHE) haben?
Diese Fragen hat eine Arbeitsgruppe um Dr. Horst Koch vom BfA-Rehabilitationszentrum Mölln, Deutschland, beantwortet. Koch und sein Team schickten 48 Zirrhose-Patienten und 49 Menschen ohne Leberkrankheit mit ähnlichem Alter und ähnlicher Fahrpraxis auf eine 90-minütige Probefahrt über 35 km. Begleitet wurden sie von einem Fahrlehrer und einem Psychologen, die die Fahrleistungen bewerteten. Bei 14 der 48 Zirrhose-Patienten war vorab mit drei psychometrischen Tests (Wiener Determinationsgerät, Zahlenverbindungstest und Zahlensymboltest) eine MHE diagnostiziert worden. Diese Diagnosen waren dem Fahrlehrer und dem Psychologen nicht bekannt. Dennoch wurden die 14 Patienten mit MHE sowohl in einzelnen Fahrleistungen wie das Beachten von Verkehrszeichen oder Radfahrern oder Sicherheitsabstand zum Vordermann als auch im Gesamturteil signifikant schlechter beurteilt als die Probanden ohne Leberkrankheit. Dagegen fand sich zwischen den in den Tests unauffälligen Zirrhose-Patienten und den Probanden der Kontrollgruppe kein signifikanter Leistungsunterschied. Bei normalen Testresultaten besteht also keine Einschränkung der Fahrtüchtigkeit. Bei pathologischen Ergebnissen sollte mit den PatientInnen besprochen werden, dass die Fahrtüchtigkeit wahrscheinlich gemindert ist.

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