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Innere Medizin 3. April 2006

Magenkrebs in Europa stark rückläufig

Lausanne. Die Zahl der Magenkrebserkrankungen in der EU hat sich zwischen 1980 und 1999 halbiert. Ein Trend, der in näherer Zukunft anhalten dürfte.

In Osteuropa und Russland verringerte sich die Zahl der Erkrankungen um 45 bzw. 40 Prozent. Dabei scheint es sich um einen alle Altersgruppen betreffenden Trend zu handeln, der zumindest in näherer Zukunft anhalten dürfte. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern aus der Schweiz, Italien und Spanien gekommen, die Daten aus 25 europäischen Ländern aus den Jahren 1950 bis 1999 auswertete. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Annals of Oncology veröffentlicht.
Innerhalb Europas zeigten sich große Unterschiede in der Anzahl der Erkrankungen. In der Russischen Föderation liegt die Erkrankungsrate fünf Mal höher als in Skandinavien oder Frankreich. Generell sind Erkrankungen in Mittel- und Osteuropa, wie in Portugal, Italien und Spanien, höher. Die Sterblichkeit sinkt jedoch in allen Ländern. Sie fiel zwischen 1980 und 1999 innerhalb der EU von 18,6 pro 100.000 Einwohner auf 9,8. In Osteuropa kam es zu einer Verringerung von 27,1 auf 16,1 und in der Russischen Föderation von 51,6 auf 32,2 (1998). Der leitende Wissenschaftler Fabio Levi vom Institut Universitaire de médecine sociale et preventive erklärte, dass bei Anhalten dieses Trends in diesem Jahrzehnt bis zu 15.000 Todesfälle weniger zu verzeichnen sein würden.
Mitautor Carlo La Vecchia vom Istituto Mario Negri erklärte, dass zwar die generelle Rückläufigkeit der Erkrankungen bekannt gewesen sei, jedoch seien die Ursachen sehr komplex und nicht vollständig erforscht. La Vecchia: „Die Veränderung der Ernährung hat sicher eine Rolle gespielt, ebenso wie die Tiefkühlung. Zusätzlich hat sich die Kontrolle von Helicobacter-pylori-Infektionen positiv ausgewirkt und der Rückgang der Raucherzahlen bei Männern. Ob Verbesserungen bei Diagnose und Behandlung ebenfalls eine Rollen gespielt haben, kann derzeit nicht festgestellt werden.“

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