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Innere Medizin 30. Juni 2005

Messer und Gabel im Magen

Bei unerklärlichen abdominellen Beschwerden sollte das "Pica-Syndrom" in die Differenzialdiagnose einbezogen werden: das "ständige Essen ungenießbarer Stoffe". 

Das Röntgenbild kann verschluckte Messer, Gabeln, Rasierklingen oder sonstige verspeiste Dinge zeigen. Wie die Anorexie gehört Pica zu den Essstörungen.
Von Erde, Farben und Gras über Kaffeesatz, Kartoffelschalen und Kaugummi bis hin zu Haarknäuel oder Zahnpasta reicht die Palette der Dinge, die den Magen-Darmtrakt malträtieren können. 

Die Ursachen für dieses Verhalten sind sehr unterschiedlich. Bei geistig Behinderten beruht das Verhalten auf einer Wahrnehmungsschwäche oder der Unfähigkeit, Essbares von Ungenießbarem zu unterscheiden. Schwere Milieuschäden können bei Kleinkindern das Pica-Syndrom auslösen. Weitere Risikogruppen für solche Essstörungen sind hirnorganisch Geschädigte. 

Folgen des Verhaltens sind Intoxikationen, Parasitenbefall (Erde!) oder metabolische Störungen sowie gastrointestinale Beschwerden, die unter Umständen lebensbedrohlich werden können - bis hin zu tödlichen Darmverschlüssen, Perforationen oder Blutungen. In die Diagnostik müssen somatische und psychosomatische Ursachen sowie psychogene Störungen einbezogen werden. Nach der Behandlung der Komplikationen steht die Psychotherapie im Vordergrund. 

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