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Innere Medizin 30. Juni 2005

Die Darmwand: Schutzwall mit 400 Quadratmeter Fläche

Keine andere Schleimhaut-Barriere des Körpers kommt mit so vielen verschiedenen Substanzen in Berührung und muss gleichzeitig so genau Freund und Feind erkennen können wie die Darmschleimhaut. Würde man sie auseinander ziehen und Stück für Stück ausbreiten, könnte man eine Fläche von 400 m2 damit auslegen. Ein ausgeklügeltes Abwehrsystem ermöglicht es, zwischen harmlosen Proteinen aus der Nahrung sowie pathogenen Bakterien und Pilzen zu unterscheiden. 

Reihe von Barrieren

Ein Krankheitserreger, der durch die Darmwand in den Blutkreislauf gelangt ist, musste vorher eine ganze Reihe von Barrieren überwinden. Ein Hindernis ist etwa die natürliche Bakterienflora mit über 400 verschiedenen Bakterienarten. Sie siedeln sich im Darm an und besetzen dort Rezeptoren an der Darmwand. 
Der Erreger muss also erst einmal freie Andockstellen an der Darmwand finden. Dort trifft er auf eine weitere Abwehrbarriere: Fresszellen und natürliche Killerzellen. 
Auch die dritte Abwehreinheit, das spezifische Immunsystem, wird schon im Darmlumen aktiv. M-Zellen im Dünndarm nehmen Bakterien, Viren und Makromoleküle aus dem Darmlumen auf und präsentieren sie dem Immunsystem. Dieses kann dann schnell die Produktion passender Antikörper einleiten. Parallel dazu unterdrückt das Immunsystem Reaktionen auf Proteine, die über die Nahrung in den Darm gelangen. Es entwickelt eine spezifische Toleranz gegen solche Proteine, genauso wie gegen Eiweiße der Bakterien, die zur normalen, gesunden Darmflora gehören.

Antikörper schützen

Werden Lymphozyten durch Antigene aus dem Darm jedoch angeregt, wandern sie durch die mesenterialen Lymphknoten und über das Blut zurück in die Lamina propria im Darm. Dort entwickeln sie sich zu IgA-produzierenden Zellen und schützen den Darm durch Antikörper.

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