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Innere Medizin 30. Juni 2005

Helicobacter-Eradikation: Compliance verbessern

Die Entdeckung des Helicobacter pylori und seine Assoziation mit einer Reihe von gastrointestinalen Krankheiten war ein bedeutender medizinischer Fortschritt. Bei Eradikation des Keimes auftretende Nebenwirkungen können, laut Studien, effektiv behandelt werden.

Durch die Notwendigkeit, bei der Helicobacter-Eradikation zwei Antibiotika in höherer Dosierung und einen Protonenpumpenhemmer in Kombination einzunehmen, leidet ein großer Teil der Patienten vor allem an gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Bauchschmerzen. Diese Probleme sind sicherlich zu einem beträchtlichen Teil an einem Misserfolg der Therapie schuld, da die Patienten die erforderliche Tripel-Therapie vorzeitig absetzen oder nicht konsequent durchführen.

Nebenwirkungen teilweise vermeidbar

Eine rezente doppelblinde, plazebokontrollierte Studie im Journal "Alimentary Pharmacology & Therapeutics" zeigt eine Möglichkeit auf, die Unannehmlichkeiten der Patienten zu lindern beziehungsweise teilweise zu vermeiden (Armuzzi A, et al. Aliment Pharmacol Ther 2001; 15 (2): 163-9).
Da die Nebenwirkungen der Tripel-Therapie zu einem großen Teil auf quantitative und qualitative Veränderungen der Darmflora zurückgeführt werden, kann der Einsatz von probiotischen Lactobacillus-Stämmen als kausale Therapie dieser Nebenwirkungen bezeichnet werden. Sehr gute Erfahrungen gibt es in dieser Hinsicht auch bei Antibiotika-assoziierter Diarrhoe und Rotavirus-Infekten - Studien bescheinigen Lactobacillus-Stämmen eine signifikante Wirksamkeit ( D’Souza AL, et al. BMJ 2002; 324: 1361; Guandalini S, et al. J Pediatr Gastroenterol Nutr 2000; 30 (1): 54-60; Guarino A, et al. J Pediatr Gastroenterol Nutr 1997; 25 (5): 516-9).

Ermutigende Ergebnisse

Zu ähnlich ermutigenden Ergebnissen kamen auch Armuzzi et al.: bei den untersuchten 60 Eradikationspatienten konnte mit der Zufuhr von Lactobacillus im Vergleich zu Plazebo eine deutlich bessere Verträglichkeit der Tripel-Therapie erzielt werden.
Die Inzidenz von Nausea (p=0,01), Geschmacksveränderungen (p=0,03) und Diarrhoe (p=0,01) konnte durch die Gabe von Lactobacillus im Vergleich zur Plazebo-Gruppe signifikant gesenkt werden. Die Eradikation des Helicobacter pylori wurde durch die Zufuhr der Probiotika nicht beeinflusst und war in beiden Gruppen vergleichbar. Für eindeutige Therapieempfehlungen im Sinne von Evidence based medicine fehlen sicher noch Studienergebnisse, die Resultate der vorliegenden Studie sprechen aber für den Einsatz von Lactobacillus zur Reduktion von Nebenwirkungen bei Helicobacter-Eradikation.
Durch die bessere Compliance der Patienten könnten durch Probiotika wahrscheinlich auch bessere Eradikationsergebnisse erzielt und so die Notwendigkeit von Zweit- beziehungsweise. Dritt-Therapien gesenkt werden. Für den Einsatz von Lactobacillus spricht auch die extrem gute Verträglichkeit. Sie können sogar bei Immundefizit oder Immunsuppression verabreicht werden (Ishibashi N, Yamazaki S. Am J Clin Nutr 2001; 73 (Suppl): 465S-70S; Vanderhoof JA. Am J Gastroenterolog 2000; 95 (1 Suppl.): S26-7). Aus diesen Gründen können Patienten von einem Probiotikum wie Omniflora® (Lactobacillus gasseri + Bifidobacterium longum) bei Helicobacter-
Eradikation eigentlich nur profitieren.

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