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Innere Medizin 30. Juni 2005

Mit Video-Kapsel Darmblutungen auf der Spur

München. Auf der Suche nach Sickerblutungen im Dünndarm ist die neue Technik der Kapsel-Endoskopie jedem anderen diagnostischen Verfahren überlegen. Mit der bohnengroßen Videokapsel ist, wie berichtet, erstmals eine Endoskopie des gesamten Dünndarms möglich. Mehrere Gastroenterologen in Deutschland verwenden die wie eine Tablette zu schluckenden High-Tech-Videokapseln, um im Dünndarm etwa nach Angiodysplasien, Entzündungen, Zottenatrophien und vor allem (Sicker-)Blutungen zu suchen.

Prof. Dr. Friedrich Hagenmüller berichtete von über 50 Patienten, die im Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-Altona, wo er arbeitet, mit der neuen Methode untersucht worden sind. Bei etwa 80 Prozent davon habe die Kamera pathologische Befunde geliefert, sagte Hagenmüller auf einer Pressekonferenz während des Endoskopie-Kongresses in München. Zwar sei die Kapsel-Endoskopie für Krankenkassen noch keine Standardleistung, doch werde sie nach seinen Erfahrungen auf Antrag bezahlt, sagte Hagenmüller. Denn bei den meisten Patienten, bei denen dieses Verfahren angewandt werde, sei aufgrund von oft schon lange Zeit bestehenden Beschwerden unklarer Ursache ohnehin eine kostspielige Diagnostik nötig. Es gebe die Hoffnung, so Hagenmüller, dass sich hier mit der Kapsel-Untersuchung Fortschritte erzielen ließen. 

Der Hamburger Gastroenterologe wies darauf hin, dass mit der Kapsel herkömmliche Schlauch-Endoskopien nicht überflüssig werden. Nur im engen Dünndarm bewege sich die Kapsel immer in Achsenrichtung und langsam genug, um zuverlässig Auffälligkeiten erkennen zu lassen. Durch das weite Lumen von Magen und Kolon purzele die nicht steuerbare Kapsel durch und liefere keine auswertbaren Bilder. In der Speiseröhre sei die Passage zu schnell.

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