zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 20. März 2006

Pickel, Plaques und Papeln: An die Schilddrüse denken

Schilddrüsenhormone regulieren viele Organfunktionen, auch für die Haut sind sie essentiell. Bei gestörter Funktion der Drüse entstehen oft Veränderungen an Haut, Haaren und Nägeln.

Zudem können etwa bei Autoimmunthyreoiditis oder Schilddrüsen-karzinom charakteristische Dermatosen auftreten, die unabhängig vom Hormonstatus sind. Bei Hautveränderungen, die permanent und unabhängig von äußeren Faktoren oder Belastungen bestehen, sollte an eine Hyper- oder Hypothyreose gedacht werden. Bekannt bei Überfunktion sind Symptome wie warme, feuchte Haut und diffuser Haarverlust. Manche Frauen klagen, dass Dauerwellen nicht halten. Jeder zweite Patient hat eine verminderte Achselbehaarung, jeder zwanzigste distale Ablösungen der Nagelplatten oder Grubenbildungen.
Bei immunogener Hyperthyreose bekommen bis zu vier Prozent der Betroffenen ein lokales Myxödem, häufig prätibial. Es kann aber auch an jeder anderen Körperstelle auftreten. Bei solchen lokalen Myxödemen können sich aus umschriebenen Plaques Knoten entwickeln, die nicht wegdrückbar sind. Anders als das generalisierte Myxödem bei Hypothyreose wird das lokale nach Korrektur des Hormonstatus nicht besser. Bei jedem zweiten Patienten entsteht es dann sogar erst.
Beim Hypothyreose-Myxödem ist die Haut vor allem periorbital, an den Lippen und akral geschwollen und wachsartig. Bei Hypothyreose ist die Haut kalt, trocken, blass, die Nägel sind dünn, brüchig und längsstreifig. Eine lange bestehende Hypothyreose kann von androgenetischer Alopezie, Hirsutismus und Akne begleitet sein.
Bestimmte Dermatosen sind mit Schilddrüsenerkrankungen assoziiert, aber unabhängig vom Hormonstatus. So haben Urtikaria-Patienten doppelt so häufig Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie Menschen ohne Urtikaria. Auch chronische Thyreoiditis, Alopecia areata und Vitiligo sind vergesellschaftet.
Bestimmte, genetisch bedingte Dermatosen können mit medullären Schilddrüsenkarzinomen einhergehen: das Cowden-Syndrom mit multiplen Papeln an Akren und Gesicht oder das Birt-Hogg-Dubé-Syndrom mit akneformen Papeln. Typisch für diese sind Mukosa-Neurome, etwa an der Zunge, und ein quälender Juckreiz zwischen den Schulterblättern.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben