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Innere Medizin 6. April 2013

Weibliche und männliche Gewaltopfer in einer städtischen Notfallambulanz – Prävalenz, soziodemografische Merkmale, Alkoholkonsum und Verletzungsmuster

Grundlagen: Gewalt und Verletzungen, die dem Einfluss von Alkohol zuzuschreiben sind, sind weltweit ein großes Public Health Problem. Die Opfer werden häufig in den Notaufnahmen einer Unfallchirurgie medizinisch versorgt werden.

Methodik: Wir haben über einen Zeitraum von drei Monaten (November 2011 bis Januar 2012) in einer städtischen Notaufnahme all jene PatientInnen interviewt, die angaben, dass sie Opfer von gewalttätigem Verhalten sind.

Ergebnisse: Unsere Ergebnisse haben gezeigt, dass eine/-r von 23 PatientInnen aufgrund von äußerer Gewalteinwirkung medizinische Hilfe benötigt. 15 % aller Opfer (75 % Frauen) beanspruchen Hilfe aufgrund von häuslicher Gewalt, die anderen (90 % Männer) hauptsächlich aufgrund von Raufhandel. Insgesamt waren 80 % der Opfer jünger als 40 Jahre. Im Fall von häuslicher Gewalt gaben zwei Drittel (nur Frauen) an, dass sie von ihrem Lebenspartner verletzt wurden. 50 % wurden aufgrund von Kopfverletzungen versorgt, 35 % litten an Verletzungen an den Extremitäten. Ein Drittel der PatientInnen war alkoholisiert. Die meisten Opfer von Raufhandel litten an Kopfverletzungen (69 %) und die Hälfte von ihnen war alkoholisiert.

Schlussfolgerungen: Zusammenfassend werden Opfer von Gewalt täglich in der Notaufnahme medizinisch versorgt. Public Health Programme, die Gewalt und alkoholbedingte Verletzungen verhindern, müssten implementiert werden. Das medizinische Personal für dieses Problem zu sensibilisieren ist dringend erforderlich.

Univ.-Ass. Mag. Nathalie Tatjana Burkert, Éva Rásky, Wolfgang Freidl, Franziska Großschädl, Johanna Muckenhuber, Renate Krassnig, Regina Gatternig, Herwig-Peter Hofer, Wiener klinische Wochenschrift 5/6/2013

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