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Innere Medizin 30. Juni 2005

Angst vor Insulin gezielt ansprechen

Eine enge, auch psychologische Betreuung von insulinpflichtigen Diabetikern ist oft der einzige Ausweg aus der Sackgasse der „psychologischen Insulin- resistenz“.

Bei der Jahrestagung der Amerikanischen Diabetes-Gesellschaft wurden neue Compliance-Studien präsentiert, die belegen, dass nur etwa zwei Drittel des verordneten Insulins von den Patienten tatsächlich gespritzt werden. Gründe seien vor allem Angst und mangelndes Vertrauen: So habe den Studien zufolge mehr als die Hälfte aller Diabetiker Angst vor Insulin, und nur ein Viertel sei davon überzeugt, dass es überhaupt wirke.
Oft lässt sich die Skepsis vieler Diabetiker gegen eine Insulinbehandlung nur durch eine strukturierte Gesprächsführung überwinden, die auf die Sorgen der Patienten gezielt eingeht. Die häufig befürchtete Gewichtszunahme etwa tritt bei den heute verwendeten Insulinschemata viel seltener auf. Auch die gezielte Frage nach Symptomen der Unterzuckerung und nach depressiven Episoden gehört zum Gespräch mit Diabetikern dazu, denn viele Patienten sprechen diese Probleme von sich aus nicht an.
Sehr kontraproduktiv sind auch Schuldgefühle von Patienten, die sich einreden, die Diabetes-Therapie nicht ernst genug genommen zu haben – ein Umstand, der sich in den Griff bekommen lässt, wenn man den Patienten von Anfang an sagt, dass es normal ist, wenn sich die Insulindosierung im Verlauf ändert und sie immer wieder ärztliche Hilfe brauchen.

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