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Innere Medizin 30. Juni 2005

Künstliches Pankreas

London. Ein Prototyp einer künstlichen Bauchspeicheldrüse für Diabetiker des Typ1 geht jetzt in die ersten klinischen Tests. Das neue Equipment soll in Zukunft das tägliche Insulin-Spritzen und die Glukosetests überflüssig machen. Außerdem könne das neue Gerät auch lebensbedrohliche Unregelmäßigkeiten im Blutzuckerspiegel verhindern, so die Hersteller. 

Die künstliche Bauchspeicheldrüse besteht aus einem Kreditkarten- großen Glukose-Sensor, einem kleinen Computer, der genau berechnet, wie viel Insulin der Patient benötigt, und einer kleinen Insulinpumpe. Der Sensor und die flache Pumpe werden direkt am Körper getragen und sind mit Kathetern, die die Haut durchdringen, verbunden. Der Sensor und die Pumpe kommunizieren mit dem Computer mit einer Funkfernsteuerung. "Eine bessere Zuckerkontrolle würde weniger Hypoglykämien und Hyperglykämien bedeuten", so Roman Hovorka von der City University of London, der mit der Konzeption des Projekts betraut ist. "Die künstliche Bauchspeicheldrüse ist ein fundamentaler Nutzen, mehr als nur ein Komfort für den Patienten", so der Forscher. 

Das neue Gerät sei noch nicht die endgültige Lösung des Problems, aber die künstliche Bauchspeicheldrüse gehe in die richtige Richtung. Nun wird das Gerät an 20 Patienten für rund 16 Stunden täglich getestet. Auch 12 österreichische Diabetiker werden im Juni an den Tests teilnehmen, bei denen das Gerät 24 Stunden lang arbeiten soll. Hovorka betonte, dass die Herstellung der künstlichen Bauchspeicheldrüse deshalb nicht einfach war, weil die Wechselwirkung zwischen dem Glukosegehalt und dem Insulin sehr komplex sei. Wenn die Versuche positiv verlaufen, könnte das System in drei bis fünf Jahren marktreif sein. Lediglich der Sensor sei täglich zu wechseln, die Pumpe sei alle drei Tage auszutauschen. 

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