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Innere Medizin 30. Juni 2005

Mehr Lebensqualität für Diabetespatienten

Neues basales Insulin-Analogon, das nächstes Jahr auf den Markt kommt, könnte, nach Meinung von Experten, die Diabetes-Therapie einen großen Schritt weiterbringen.

"Detemir ermöglicht eine gleichmäßigere und besser vorhersehbare Einstellung des Blutzuckerspiegels als derzeit verwendetes basales Insulin. Damit sinkt nicht nur das Risiko, den Notfall Hypoglykämie zu erleiden, sondern es können auch Spätfolgen der Erkrankung besser hintangehalten werden, und die Patienten profitieren von mehr Lebensqualität", sagte der Vice President von Novo Nordisk Pharma, Dr. med Markus Leyck Dieken, anlässlich einer Presseveranstaltung zum Thema Diabetesforschung am 17. September 2003 in Wien.

Basis-Bolus-Therapie

Das neue Präparat wird im Rahmen der so genannten Basis-Bolus-Therapie eingesetzt, die für alle Typ-1-Diabetiker, aber auch für viele Erkrankte des Typs 2 als ideale Behandlungsform gilt. Dabei handelt es sich um eine intensivierte Insulin-Therapie, bei der die natürliche Insulinsekretion des Organismus nachgeahmt wird.
Obwohl es in den letzten Jahren gelungen ist, die Insulin-Therapie immer näher an das physiologische Serum-Insulin anzugleichen, war eine normoglykämische Einstellung in der Praxis bisher nur schwer zu erreichen. Konzentrationsschwankungen können unter anderem zu der gefürchteten Hypoglykämie mit der bekannten Folge der Minderversorgung des Gehirns mit Energie führen und stellen damit eines der größten Probleme der Diabetes-Therapie dar.
Studien zu Detemir, bei dem diabetologischen Weltkongress IDF in Paris vorgestellt, zeigen klare Vorteile der neuen Substanz. Das Insulin-Analogon basiert auf einem einzigartigen, lang anhaltenden Wirkmechanismus, der zu gleichmäßigeren Insulinspiegeln nach der Injektion und zu besserer Vorhersagbarkeit der täglichen Einstellung des Blutzuckers führt.

Seltener Hypoglykämien

Mehrere Studien zum Typ-1-Diabetes zeigten, dass das relative Risiko nächtlicher Hypoglykämien bei der Behandlung mit Insulin Detemir um 27 bis 32 Prozent niedriger ist als mit NPH-Insulin. Das Gesamtrisiko einer Hypoglykämie lag um 22 Prozent niedriger.
"Aufgrund seiner speziellen Strukturveränderung besitzt dieses Insulin die Fähigkeit, an Albumin zu binden, wodurch das Aktionsprofil verlängert und eine konstante Insulinwirkung über viele Stunden gewährleistet ist", erklärte Leyck Dieken. Ein weiterer Vorteil des neuen Insulinanalogons besteht darin, dass es zu einer signifikant geringeren Gewichtszunahme als unter NHP-Insulin kommt.
Ein nicht unwesentliches Faktum, denn die intensivierte Insulin-Therapie führt bei vielen Diabetespatienten zu einer Gewichtssteigerung. Angesichts der weltweit steigenden Diabetes-Prävalenz werden verbesserte Therapieregime, die dazu beitragen, Folgeschäden zu vermeiden, immer wichtiger. Gerade bei einer Intensivtherapie nach dem Basis-Bolus-Schema, bei der die Abhängigkeit des Patienten von der Insulintherapie groß und der Bedarf nach Berechenbarkeit besonders dringend ist, stellt Detemir eine neue Option dar. Determir kann durch seine bessere Steuerbarkeit, gute Reproduzierbarkeit, geringes Hypoglykämie-Risiko den Patienten ermutigen, eine striktere Bluckzuckerkontrolle anzustreben.

Presseveranstaltung von Novo Nordisk Pharma GmbH zum Thema Diabetesforschung, 17. September 2003 in Wien.

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