zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 30. Juni 2005

Insulinsensitizer in der Diabetestherapie

Die Wirkung der erst seit relativ kurzer Zeit zum Einsatz kommenden Gruppe der Insulinsensitizer beruht auf einer Bindung an nukleäre PPAR- (peroxisome proliferator-activated receptor-) Gamma-Rezeptoren. "Über zahlreiche intrazelluläre Veränderungen der Stoffwechselvorgänge führt dies zu einer signifikanten Verbesserung der Glukoseverwertung in Muskel- und Fettzellen mit einem entscheidenden Ausmaß von 25 bis 30 Prozent", erklärte Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Wien, beim Update in Internal Medicine.

Verabreichung einmal täglich oral

Nach einmal täglicher oraler Gabe findet sich eine dosisabhängige antihyperglykämische Wirkung sowohl bei Monotherapie als auch in Kombination mit etablierten Antidiabetika. Beim Menschen wird die C-Peptidsekretion verbessert, im Tierversuch konnte auch eine bessere Konservierung der Inselzelldichte festgestellt werden. Darüber hinaus dürfte die Aktivierung des PPAR-Gamma-Rezeptors einen antiproliferativen Effekt ausüben: Bei einer Reihe von Malignomen wie dem Liposarkom, Prostata- und Mammakarzinom kam es auch zu einer Reduktion der Tumormassen.

Vorsicht bei Herzinsuffizienz

Da es bei vier Prozent der mit Monotherapie und bei 15 Prozent der mit Insulinkombination behandelten Patienten zu transienten Ödemen kam, ist - bis zum Vorliegen neuer Untersuchungsergebnisse - bei gleichzeitig bestehender Herzinsuffizienz Vorsicht geboten. Als Ursache der Flüssigkeitsretention kommt entweder eine Vasodilatation in Frage oder aber es handelt sich um eine verbesserte Insulinwirkung mit Natrium-Reabsorption im distalen Tubulus. Die Vorteile der Insulinsensitizer liegen laut Ludvik vor allem in ihrer Kombinierbarkeit mit anderen Antidiabetika und im Eingriff in den pathogenetischen Mechanismus bei der Entstehung der Insulinresistenz.

Derzeit limitierender Kostenfaktor

Noch vorsichtiger formuliert Prim.Dr. Peter Fasching, Pflegeheim der Stadt Wien Baumgarten, seine Stellungnahme. Er sieht in Anbetracht des aktuellen Preis-/Leistungsverhältnisses eine berechtigte Indikation überhaupt nur im Einzelfall. Tatsächlich entsprechen die Kosten der neuen Therapieform dem achtfachen der äquivalenten Metforminmenge, dem vier- bis sechsfachen der Sulfonylharnstoffe und dem 2,3-fachen der Therapie mit Gliniden oder Alphaglukosidase-Inhibitoren. Eine Indikation zur Zulassung sei außerdem derzeit nur für die Kombination mit Sulfonylharnstoffen oder Metformin gegeben.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben