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Innere Medizin 30. Juni 2005

Hypertone Diabetiker: "Oktett von Risikofaktoren"

Von einer Senkung des Blutdrucks profitieren Diabetiker am allermeisten, da sie im Vergleich zu Nichtdiabetikern bereits mit einer Vielzahl an kardiovaskulären Risikofaktoren starten. Beim Diabetiker ist es daher besonders wichtig, den Blutdruck ausreichend zu senken.

Anlässlich des internationalen Symposiums "Hypertonietherapie der Zukunft" im Mai 2003 in Rom nahm Prof. Dr. Guntram Schernthaner, Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien, zum Thema Hypertonietherapie bei Diabetes-Patienten Stellung. Wie Schernthaner erklärte, leiden Diabetiker bereits fünf bis sieben Jahre vor der Diagnose des Diabetes an Hypertonie.
Oft findet sich bei Diabetikern eine isolierte systolische Hypertonie. Weiters liegt häufiger als bei Nichtdiabetikern ein "non-dipping" vor, das heißt, das physiologische nächtliche Absinken des Blutdrucks fehlt. Diese Störung des zirkadianen Blutdrucks ist mit einer zwanzigmal höheren Sterblichkeit verbunden im Vergleich zu Diabetikern mit normalem Blutdruckprofil, bei vergleichbarer Blutzuckereinstellung.
Schernthaner: "Hochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Diabetespatienten. Diabetiker starten bereits mit einem viel höheren kardiovaskulären Risiko, was einen ganz entscheidenden Unterschied zu Nichtdiabetikern darstellt. Es liegt also nicht nur ein Risikofaktor, sondern ein Quartett, Sextett oder Oktett von Risikofaktoren im metabolischen Syndrom vor."
Die Patienten sind häufig bei Manifestation der Diabetes-Erkrankung nicht mehr Zielgruppe für Primärprävention, sondern bereits für sekundär präventive Maßnahmen. Diabetiker spüren eine Ischämie viel seltener und ihre koronare Herzkrankheit unterscheidet sich in der anatomischen Ausprägung von der bei Nichtdiabetikern.

Diabetesprophylaxe durch AII-Antagonisten

In der Prophylaxe der Diabetesentstehung misst Schernthaner den ACE-Hemmern und den AII-Antagonisten große Bedeutung bei. So haben große Studien wie die SCOPE-Studie mit Candesartan gezeigt, dass das Risiko für eine Diabetesentstehung im Ausmaß von 20-30 Pozent gesenkt werden kann. Dies ist außerordentlich viel und vergleichbar einer Diabetesprävention mit oralen Antidiabetika bei Personen mit positivem Glucosetoleranztest.
Der Diabetes-Experte betonte die Bedeutung der Prävention der diabetischen Nephropathie. Auch hier stehen die Hemmstoffe des RAA-Systems im Brennpunkt des Interesses. Am Beispiel von Candesartan kann die Effizienz der AII-Antagonisten in der Reduktion der Albuminurie gezeigt werden (Trenkwalder 1997). Interessant ist, dass mit der Kombination von Candesartan und Lisinopril die Albuminausscheidungsrate weiter reduziert werden kann. Dabei wird eine Reduktion der Albuminurie-Kreatinin-Ratio erreicht, die über die Effekte der Einzelsubstanzen hinausgeht. Beim Diabetiker genügt es nicht, den Blutdruck zu senken. Wichtig ist, Zielblutdruckwerte unter 130/80 mmHg zu erreichen. Eine Dosissteigerung allein ist oft nicht ausreichend, in vielen Fällen werden daher nur mit Kombinationspräparaten niedrige Zielblutdruckwerte erreicht. Mit dem AII-Antagonisten Candesartan in der Kombination mit dem Diuretikum Hydrochlorothiazid stehen in Form von Blopress® 16 Plus und Blopress® 8 Plus effektive Präparate zur Verfügung. Die beiden Dosierungen verbinden die Vorteile einer effizienten Blutdruckreduktion mit einer organprotektiven Wirkung hinsichtlich der Mikroangiopathie des Diabetikers.

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