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Innere Medizin 30. Juni 2005

Bergwandern als Stoffwechselkur

Die günstige Beeinflussung des Lipidstoffwechsels wird im Bergaufgehen maximal ausgeschöpft, das Bergabgehen ist für den Blutzuckerspiegel gut.

Um eine wissenschaftlich fundierte Beantwortung der Frage, ob bergauf oder talwärts wandern günstiger für den Glukosestoffwechsel sei, hat sich ein Forscherteam um Prof. Dr. Heinz Drexel am Lehrkrankenhaus Feldkirch, Vorarlberg, verdient gemacht. Dass Bewegung gut für Glukose- und Fettstoffwechsel ist, ist eine bekannte Tatsache. Die Feldkircher Forscher wollten es ein wenig genauer wissen. Ihre Frage lautete: Hat die Art der Bewegung – differenziert wurde zwischen konzentrischer und exzentrischer Muskelarbeit – unterschiedlichen Einfluss auf den Blutzucker? Konzentrische Muskelbewegung ist primär beim Bergaufgehen, exzentrische Bewegung dagegen vornehmlich beim Abwärtsgehen gefordert, erläuterte Drexel.

Am besten rauf und runter

Am Karren im österreichischen Dornbirn hat sein Team 45 Probanden 16 Wochen lang ein Bergwandertraining absolvieren lassen, bei dem es bergauf oder nur bergab ging, 600 Meter Höhendifferenz. Beim regelmäßigen Aufwärtswandern besserte sich das Lipidprofil der Probanden, beim Talwärtswandern kam es zu günstiger Beeinflussung der Blutglukosewerte. So stellten die Untersucher beim oralen Glukosetoleranztest anhand der Fläche unter der Blutzucker-Antwort-Kurve (AUC) in der Phase ausschließlich talwärts gerichteten Laufens eine raschere Glukoseverarbeitung durch den Körper fest. Wer Lipid- und Glukosestoffwechsel gleichermaßen auf Trab bringen will, sollte demnach sowohl berauf als auch bergab wandern. Eher Cholesterinbewussten ist vor allem der Anstieg zu empfehlen. Diabetiker, die sich dieser Anstrengung nicht mehr gewachsen fühlen, können mit der Wahl der umgekehrten Richtung ihrem Stoffwechsel nach den neuen Daten immer noch etwas Gutes tun.

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